Das Ergebnis der Wahlen 2015 in Myanmar

Naypyidaw (APA/dpa) - Am 8. November fanden in der einstigen Militärdiktatur Myanmar erstmals seit 25 Jahren freie Wahlen statt. Die Opposit...

Naypyidaw (APA/dpa) - Am 8. November fanden in der einstigen Militärdiktatur Myanmar erstmals seit 25 Jahren freie Wahlen statt. Die Oppositionspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die NLD, gewann fast 80 Prozent aller verfügbaren Sitze. Allerdings ist ein Viertel der Mandate für das Militär reserviert. Dennoch kommt sie auf eine absolute Mehrheit von fast 60 Prozent.

Die regierende Militärpartei USDP verlor fast 90 Prozent ihrer Mandate.

Die Sitze der drei größten Fraktionen im neuen Parlament (alte Sitzverteilung in Klammern):

NLD USDP Militär Gesamt

Unterhaus 255 (37) 30 (220) 110 (110) 433

Oberhaus 135 (4) 11 (123) 56 (56) 224

gesamt 390 (41) 41 (343) 166 (166) 657

59,4% (6,8) 6,2% (51,6) 25,3% (25)

(Eigentlich sind im Oberhaus 440 Sitze, in beiden Häusern zusammen 664. Sieben Wahlkreise sind aber nicht besetzt, weil dort im November 2015 wegen Unruhen nicht gewählt wurde.

Die USDP gewann 2010 noch mehr Mandate. Mehrere Dutzend Abgeordnete, die Minister wurden, mussten ihre Sitze aber räumen. So kam die NLD 2012 über Nachwahlen ins Parlament.

Es fanden 1990 zwar freie Wahlen statt, aber das Militär ignorierte das Ergebnis. Das Parlament trat nie zusammen. Davor wurde zuletzt 1960 gewählt.