Gemeinderatswahl

In Ried rittern zwei 55-Jährige um Chefsessel

Josef Siegele.
© Wenzel

In der 1300 Einwohner zählenden Gemeinde bewerben sich der Jurist Josef Siegele und der Touristiker Elmar Handle um das Bürgermeisteramt.

Von Helmut Wenzel

Ried im Oberinntal –Bei der Wahl 2010 konnte Josef Siegele den Sessel des Vizebürgermeisters erobern. Heuer möchte der Jurist, hauptberuflich in der Volksanwaltschaft Tirol tätig, noch eine Stufe höher auf der kommunalpolitischen Karriereleiter steigen. „Ich komme aus der ÖVP, habe derzeit aber keine Parteifunktion“, erläutert der 55-jährige Bürgermeisterkandidat. Die Liste „Gemeinsam für Ried“ ist laut Siegele eine freie Bürgerliste. „Da sind alle Teile der Bevölkerung präsent.“ Dass unter den sechs ersten Plätzen drei Frauen zu finden sind, dürfte eine Ausnahme unter den männlich dominierten Listen im Bezirk sein: Die Touristikerin Heike Rietzler-Mairhofer ist auf Platz 2 hinter Siegele positioniert, auf Platz 4 folgt Cordula Jele-Reinke und auf Platz 6 Margit Larcher.

An Projekten und Ideen, die in der kommenden Gemeinderatsperiode umgesetzt werden sollen, fehlt es Siegele nicht. Der Bogen reicht vom barrierefreien Ausbau des Badesees, Wohnraum für junge Familien, Umstrukturierung der Sennerei bis zur Dachsanierung von Schloss Sigmundsried. „Ich möchte die Bevölkerung bestmöglich einbinden“, betont Siegele.

Auf der Referenzenliste von Bürgermeisterkandidat Elmar Handle (55) finden sich öffentliche Funktionen wie Feuerwehrkassier, Sennerei-Geschäftsführer, Agrarobmann, TVB-Aufsichtsrat sowie zwölf Jahre Mitglied im Rieder Gemeinderat. Warum er Bürgermeister werden möchte, bringt er so auf den Punkt: „Es ist meine Heimatverbundenheit.“ Im Mittelpunkt seines Denkens und Handelns „wird der Bürger mit seinen Wünschen und Anliegen sein“.

Der Touristiker Handle wirbt mit der „Rieder Dorfliste“ um die Gunst der Wähler. Es ist die Nachfolgeliste des amtierenden Bürgermeisters Reinhard Knabl (64), der sich wie angekündigt aus Altersgründen zurückzieht.

Auch Handle und sein Team schildern, dass auf ihrer Liste „alle Interessengruppen aus dem Dorf“ vertreten seien. „Ich sehe mich vor allem als Mediator und Umsetzer“, betont der Spitzenkandidat.

In der Obergrichter Gemeinde mit einem Budget von 2,6 Mio. Euro sind, so Handle, die Stärkung der Wirtschaft und des Tourismus sowie die Schaffung von Wohnraum eine Daueraufgabe. „Der Bau eines Mehrzwecksaales ist bei uns schon lange Thema. Dieses Projekt zählt zu den größeren Herausforderungen.“

Elmar Handle.
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