Osttirol

Ein Plus an Zivilcourage und Respekt vor dem Berg

Bergführer Franz Holzer mit Schülern beim Geländecheck: Mit den Theorie-Praxis-Tagen wird in Osttirol mittlerweile eine gesamte Generation Jugendlicher erreicht. Ein Folgeprojekt ist angedacht.
© Alpinkompetenzzentrum Osttirol

Das Projekt „3!WinterLifeCamp“, in das 5000 Euro vom Land fließen, rüstet Osttiroler Jugendliche für das alpine Gelände und die Hilfe bei Unfällen.

Von Claudia Funder

Lienz — Es ist ein Trend, der mit Gefahren verbunden ist: Jugendliche finden zunehmend Spaß daran, gesicherte Pisten zu verlassen, um sich im unverspurten Terrain den Kick von Abenteuer und Freiheit zu gönnen. Vielfach fehlen dabei jedoch die alpine Erfahrung und das Bewusstsein für lauernde Risiken. Und passiert etwas, machen sich schon einmal Überforderung und Ahnungslosigkeit breit.

Genau hier setzt das Sicherheitsprojekt „3!WinterLifeCamp" an, das in Osttirol seit sieben Jahren mit großem Erfolg auf Prävention setzt. Bergrettung, Alpinpolizei und Alpinkompetenzzentrum Osttirol krempeln gemeinsam die Ärmel hoch, um Schüler für mehr Gefahrenbewusstsein zu sensibilisieren und gleichzeitig ihren Spaß an der Bewegung zu fördern.

Längst machen alle 3. Klassen der Neuen Mittelschulen des Bezirks und des Gymnasiums mit. Der Sicherheitstag erreicht pro Jahr knapp tausend 13- und 14-Jährige.

Gestartet wird im Klassenzimmer, mit altersgerechten Vorträgen zu Pistenregeln und Lawinenkunde. Dann wird das theoretische Wissen im Skigebiet praxisnahe vertieft. Ein Teil der Schulung am Berg widmet sich auch einem Bereich, der für den Ernstfall rüstet: dem Leisten von Erster Hilfe, dem Absperren der Unfallstelle und dem Absetzen eines Notrufes.

Der Crash-Kurs gefällt, gilt als „cool". „Die Jugendlichen sind sehr motiviert und interessiert", berichtet Alpinpolizist Erwin Mariacher. Die Altersgruppe werde ganz bewusst angepeilt, erklärt Bergführer Franz Holzer. „Die soziale Komponente spielt eine große Rolle. Es geht auch um die Übernahme von Verantwortung für Freunde."

Das Osttiroler Sicherheitsprojekt hat längst Vorbildwirkung, ist kaum mehr wegzudenken. Und das Feedback, das ist durchwegs positiv.

Gestern machten sich gut 60 Schüler aus drei Klassen der Neuen Mittelschule Nußdorf-Debant nach den lehrreichen Vorträgen auf ins Skigebiet Zettersfeld, um am Sicherheitstraining vor Ort teilzunehmen. Sie erfuhren von kernigen Profis, wie Gefahren wahrgenommen und beurteilt werden können, wie man sich angemessen verhält und wie man ideal reagiert, falls ein Kamerad verschüttet wird oder anders verunfallt.

Und Landtagsabgeordneter Martin Mayerl konnte mit einer erfreulichen Neuigkeit aufwarten. Er hatte sich in Innsbruck für eine Förderung des Projektes starkgemacht — erfolgreich: „Das Land stellt 5000 Euro aus dem Sportbudget zur Verfügung", verriet er. Die Zusage sei bereits vor Weihnachten gekommen.

Bisher war von den Teilnehmern fünf Euro Selbstbehalt zu berappen, heuer ist der Sicherheitstag dank der kräftigen Finanzspritze für alle Schüler kostenfrei. Jeder verhinderte Unfall sei ein Gewinn und erspare Leid und Geld, ergänzt Martin Mayerl.

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Catharina Oblasser

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