Prozess gegen mutmaßlichen Jihadisten in Graz eröffnet

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht hat am Dienstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der erste Prozess gegen einen mutmaßlichen ...

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht hat am Dienstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der erste Prozess gegen einen mutmaßlichen Jihadisten begonnen. Dem Mann wird die Mitgliedschaft in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sowie die Rekrutierung weiterer Mitglieder vorgeworfen. Sein Verfahren wurde vorerst auf vier Tage anberaumt.

Der Beschuldigte lebte mit seiner ersten Frau und seinen Kindern jahrelang in Graz, bevor sie sich wegen seiner „zunehmenden Religiosität“, so der Ankläger, von ihm trennte. Er begann Arabisch zu lernen und ging zu verschiedenen Versammlungen von Glaubensvereinen. Dort hörte er auch einige Reden des - in einem eigenen Verfahren angeklagten - angeblichen Hasspredigers Mirsad O., mit dem er mehrmals Kontakt gehabt haben soll.

Im Dezember 2014 versuchte der Beschuldigte über Istanbul nach Syrien einzureisen, um sich laut Staatsanwalt dem IS anzuschließen. Doch die türkischen Behörden schickten ihn wegen eines bereits erlassenen Haftbefehls zurück, und in Kroatien wurde er schließlich festgenommen.

Der Prozess wurde für vier Tage im Februar und März anberaumt, als Zeuge wird auch Mirsad O. gehört werden. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, „Hauptideologe“ des Jihadismus in Österreich zu sein, sein Prozess beginn am 22. Februar.