Faschingsnarren fiebern großem Auftritt entgegen
Rund 180 Kinder läuten in Schwaz den Unsinnigen ein – während in Jenbach die „Ghostbusters“ für Showeinlagen in Geschäften sorgen.
Von Angela Dähling
und Eva-Maria Fankhauser
Jenbach, Schwaz –Ein lautes „Tengl, Tengl“ hallt zur Begrüßung durch die Halle der Firma Siko in Jenbach. Dort, wo unter der Woche Solaranlagen produziert werden, werkelten an den vergangenen Wochenenden ein Dutzend Geisterjäger. Sie bauten einen Einsatzwagen und bastelten sich Protonenstrahler. Und sie probten für ihren großen Auftritt am morgigen Unsinnigen Donnerstag als „Ghostbusters“ – die Mitglieder des Figlclub Jenbach.
Die Figler prägen das Faschingsgeschehen der Marktgemeinde seit Jahren mit ihren aufwändigen Aufführungen, gekonnt einstudierten Tanzchoreographien bzw. Trommelsessions. Sie sind es, die immer am Vormittag des Unsinnigen im Jenbacher Ortskern von Geschäft zu Geschäft ziehen und dort mit Tanzeinlagen für Aufsehen sorgen. „Das machen wir schon seit zehn Jahren“, erzählt Martin Komploier als einer, der zusammen mit Gerold Rzehak, Christof Sief, Armin („Haki“) Kirchmair und Markus Rappold zu den Urgesteinen der Figler-Faschingsnarren zählt. Damals drohte dem bunten Treiben am Unsinnigen Donnerstag das Ende, weil sich die Narrengilde aus Altersgründen auflöste. Der Trachtenverein Jenbach mit Klaus Omenitsch und der Figlverein unter Obmann Gerhard Trenkwalder übernahmen fortan die Organisation und wendeten so das Ende ab. Eine Bühne wurde organisiert und dort begeistern auch morgen wieder ab 13.35 Uhr die Trachtler (dieses Mal als „Der letzte Musikantenstadl“), die Figler, die Bundesmusikkapelle und der ATSV (Sektion Turnen) mit Aufführungen das Publikum. Inzwischen gibt es auch eine neue Narrengilde mit Obfrau Barbara Wildauer. „Wir sind für die Schlüsselübergabe an Narrenbürgermeister Klaus Omenitsch zuständig und für die Ernennung der Ehrensenatoren“, erzählt sie. Um 11.11 Uhr beginnt das Spektakel in der Narrenzone, das heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert, mit einem Umzug.
Zu dieser Uhrzeit ist die Schwazer Altstadt bereits mit über 180 Kindergartenkindern gefüllt. Denn die einzelnen Kindergartengruppen führen ab 10 Uhr ihre einstudierten Einlagen vor und verzücken das Publikum am Stadtplatz. Bis zur Schlüsselübergabe um 14 Uhr an die Narrenbürgermeisterin Verry die I. klappern zahlreiche Schwazer Narren in schrägen Kostümen die heimischen Betriebe und Banken ab. Dort sorgen sie mit den ebenfalls verkleideten Angestellten für ordentlichen Faschingswirbel. Bei der Maskenprämierung um 14.30 Uhr werden Gutscheine im Wert von bis zu 700 Euro von der Ersten Schwazer Faschingsgilde an die eindrucksvollsten Kostüme vergeben. Die Gildemitglieder fiebern das ganze Jahr auf diesen Tag hin, an dem die Schwazer ihre verrückte und unsinnige Seite zeigen.
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