Schutzabkommen für Kanadas Great-Bear-Regenwald beschlossen
Vancouver/Wien (APA) - Der Great-Bear-Regenwald in der kanadischen Provinz British Columbia wird durch ein neues Abkommen stärker geschützt....
Vancouver/Wien (APA) - Der Great-Bear-Regenwald in der kanadischen Provinz British Columbia wird durch ein neues Abkommen stärker geschützt. Ab sofort sind 85 Prozent der Waldfläche vor Abholzung bewahrt, teilte Greenpeace Österreich am Dienstag in einer Aussendung mit. Die Umweltschutzorganisation hatte 1997 beispielsweise vor der kanadischen Botschaft in Wien für den Schutz des Waldes protestiert.
Die Regierung von British Columbia gab den Schutzplan am Montag gemeinsam mit Vertretern von mehr als 20 indigenen Gemeinschaften, Forstunternehmen und den Umweltorganisationen ForestEthics, Sierra Club British Columbia und Greenpeace bekannt. Auf mehr als drei Millionen Hektar bewaldeter Landfläche wird zukünftig kein industrieller Holzeinschlag mehr stattfinden. Das entspricht in etwa der Größe Belgiens. Weitere 550.000 Hektar des Great-Bear-Regenwaldes unterliegen strengsten rechtlichen Auflagen für die kommerzielle Holznutzung. Die indigenen Gemeinschaften erhalten zudem mehr Mitbestimmungsrechte in ihren Gebieten.
„Das ist ein riesiger Erfolg für den Great-Bear-Regenwald und für den internationalen Waldschutz“, freute sich Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster in der Aussendung. Wolfgang Pekny, früherer Kampagnendirektor von Greenpeace in Österreich, hatte 1993 gemeinsam mit sieben weiteren Greenpeace-Aktivisten mehrere Tage in einem kanadischen Gefängnis verbracht, weil er über 2.000 Jahre alte Bäume vor der Rodung retten wollte. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Mühe gelohnt hat“, sagte der heutige Geschäftsführer der Plattform Footprint. Bereits 2006 und 2009 waren erste Schutzmaßnahmen für das Gebiet erwirkt worden.
Der einst stark von Abholzung bedrohte Great-Bear-Regenwald ist einer der größten noch verbliebenen gemäßigten Küstenregenwälder der Welt, berichtete Greenpeace. Die Waldtäler an der kanadischen Westküste mit über tausendjährigen Bäumen sind Heimat indigener Gemeinschaften und Lebensraum seltener Tierarten wie dem Geister- oder Kermode-Bär.
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