Europas Leitbörsen bauen zu Mittag ihre Verluste aus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben zum Mittag ihre Verluste vom Vormittag weiter ausgebaut. Der 50 führende Unterne...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben zum Mittag ihre Verluste vom Vormittag weiter ausgebaut. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 47,70 Einheiten oder 1,58 Prozent auf 2.973,31 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 9.634,26 Punkten und minus 1,27 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor um 1,67 Prozent und steht nun bei 5.958,78 Stellen.

Einerseits belasteten schwache Vorgaben aus Übersee und anderseits blicken Anleger besorgt auf die schwächelnden Erzeugerpreise in der Industrie. Jene sind im Dezember 2015 sowohl in der EU als auch in der Eurozone um 0,8 Prozent nach unten gerasselt. Hauptgrund waren neuerlich die gesunkenen Energiepreise, aber auch billigere Vorleistungsgüter und Verbrauchsgüter. Es ist der stärkste Preisverfall seit August des Vorjahres.

In diesem schwachen Umfeld konnten Arbeitsmarktdaten aus der Eurozone den Märkte kaum Auftrieb verleihen. Dabei hat sich dort die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach der schweren Krise weiter entspannt. Im Dezember ist die Arbeitslosenquote auf 10,4 Prozent gefallen. Damit ging die Quote den vierten Monat in Folge zurück und erreichte den tiefsten Stand seit Oktober 2011.

Daneben bleibt die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt weiter robust, allerdings ist die Zahl der Erwerbstätigen Ende 2015 aus jahreszeitlichen Gründen etwas gesunken. Saisonbereinigt betrachtet liegt jedoch eine Zahl von 111.000 Erwerbslosen weniger als vor einem Jahr vor.

Im Branchenvergleich präsentierten sich besonders die Werte der Banken und Öl- und Gasunternehmen am unteren Ende des europäischen Leitindex. Die Papiere der Deutschen Bank sackten 3 Prozent ab. Der Verkaufsdruck war im Jänner nach der Bekanntgabe eines Rekordverlustes im Jahr 2015 gestiegen. Die Aktien haben im bisherigen Jahresverlauf bereits fast 30 Prozent an Wert eingebüßt. Auch Banco Santander fielen 3 Prozent und Societe Generale sogar 4,28 Prozent.

Zudem haben der Ölpreisverfall und deutlich niedrigere Gaspreise beim britischen Rohstoffriesen BP den Gewinn um mehr als die Hälfte einbrechen lassen. Für das Gesamtjahr 2015 meldete der britische Rohstoffriese einen Ertragsrückgang von 51 Prozent. Die BP-Anteilsscheine stürzten über 8 Prozent ins Minus. Total sackten 4,31 Prozent ab und Eni verloren 3,12 Prozent.

Hingegen schob sich die Telekommunikationsbranche an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Orange und die Deutsche Telekom notierten schwachen Umfeld knapp ein halbes Prozent im Plus.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA251 2016-02-02/12:19