Sechs 500-Euro-Scheine stimmten Gericht milde
Eine Meinungsverschiedenheit endete kurz vor Weihnachten für einen Oberländer mit zwei operativ eingefügten Stahlplatten im Gesicht und für ...
Eine Meinungsverschiedenheit endete kurz vor Weihnachten für einen Oberländer mit zwei operativ eingefügten Stahlplatten im Gesicht und für seinen Kontrahenten mit einer Anklage wegen schwerer Körperverletzung. Zogen die Schläge des 21-Jährigen doch einen dreifachen Kieferbruch und Prellungen sowie Zerrungen nach sich. Sechs Monate bis fünf Jahre Haft drohten am Landesgericht. Doch groß war das Erstaunen bei Strafrichterin Helga Moser, als sich im Prozess die Streitparteien bereits versöhnt gegenüberstanden. Grund: Der Angeklagte hatte sich mit dem Opfer zuvor getroffen und ihn um Verzeihung gebeten. Streitereien mit der Freundin und reichlich Alkohol hätten zu dem Ausraster geführt. Das Opfer als Zeuge: „Das ist ja ein ganz anderer Mensch, als ich ihn kennen gelernt hatte!“ Um das zu unterstreichen, vollbrachte der Täter etwas, was bei einem Prozess selten passiert: volle Sühne mit praller Geldtasche. Und so legte der 21-Jährige dem Verletzten sechs 500-Euro-Scheine als Schmerzensgeld auf den Tisch. Das sah auch Richterin Moser als besonderes Zeichen an und verhängte eine besonders milde Strafe. 2400 Euro wurden zur Hälfte bedingt nachgesehen.
Besonders heftigen Widerstand leistete im Herbst hingegen ein im Bezirk Landeck lebender Türke. Nachdem dessen Frau nach einem Ausraster die Polizei gerufen und auf diese auf der Straße gewartet hatte, sprachen die Beamten gegenüber dem 34-Jährigen ein Betretungsverbot für die eheliche Wohnung aus. Dies ignorierte der Mann erst und wehrte sich später so heftig gegen den Abtransport durchs Stiegenhaus, dass gleich zwei Polizisten verletzt wurden. Im Gegenzug bezichtigte der Wüterich auch noch einen Polizisten der vorsätzlichen Körperverletzung. 1200 Euro Geldstrafe (800 unbedingt) quittierte der Küchengehilfe mit Murren.
Wer künftig mit Behörden und Mitarbeitern des Landesgerichts in Kontakt treten möchte, muss dies ab nächster Woche unter einer neuen Telefonnummer tun. Alle Stellen sind künftig unter 05 760 14 342 plus Durchwahl zu erreichen. (fell)