Litauen will Namen von Nazi-Kollaborateuren veröffentlichen
Vilnius (APA/dpa) - Das litauische Forschungszentrum für Völkermord und Widerstand will eine Liste mit Namen einheimischer Holocaust-Kollabo...
Vilnius (APA/dpa) - Das litauische Forschungszentrum für Völkermord und Widerstand will eine Liste mit Namen einheimischer Holocaust-Kollaborateure publik machen. „Wir werden versuchen, ein Buch über die Aktivitäten aller militärischen Polizeistrukturen in der Nazizeit veröffentlichen“, sagte Terese Burauskaite, die Leiterin des staatlich finanzierten Zentrums in Vilnius, am Dienstag dem Internetportal Delfi.
Die Liste umfasst den Angaben zufolge die Namen von mehr als 1.000 Menschen, die etwas mit den Holocaust zu tun hatten. Sie seien von Wissenschaftern in drei Jahren akribischer Arbeit identifiziert worden. Es handle sich aber nicht zwangsläufig um Mörder von Juden, sagte Burauskaite. Die Liste soll in diesem Jahr veröffentlicht werden.
Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200.000 in Litauen lebenden Juden. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem warf der Regierung in Vilnius wiederholt eine unzureichende Aufarbeitung der litauischen Mittäterschaft vor.
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