Football: Phänomen „Super Bowl“ - eine einzigartige Erfolgsgeschichte
Santa Clara (Kalifornien) (APA) - Wichtigstes Sportevent des Jahres, primäre TV-Attraktion, größte Bühne für die Werbe-Industrie und inoffiz...
Santa Clara (Kalifornien) (APA) - Wichtigstes Sportevent des Jahres, primäre TV-Attraktion, größte Bühne für die Werbe-Industrie und inoffizieller Feiertag. Das Endspiel der National Football League (NFL) hat sich von einem anfangs belächelten Experiment zu einem alles umfassenden Spektakel entwickelt, das die USA wie kaum ein anderes Ereignis in seinen Bann zieht. Am Sonntag steigt in Santa Clara die 50. Auflage der Super Bowl.
Im Vorjahr waren im Schnitt 114,4 Millionen US-Amerikaner vor dem Fernseher dabei und machten die Super Bowl XLIX damit zur meistgesehenen TV-Sendung der Geschichte. Bei der Premiere im Jänner 1967 waren im L.A. Memorial Coliseum noch 31.000 Plätze leer geblieben.
Es handelte sich damals um das erste Gipfeltreffen des NFL-Champions und seines Pendants aus der aufstrebenden American Football League (AFL). Die beiden Ligen hatten sich wenige Monate zuvor auf eine Fusion verständigt, die allerdings erst 1970 endgültig vollzogen wurde.
Von einer Super Bowl war seinerzeit noch nicht die Rede. Die Begegnung hieß offiziell „World Championship Game“, wurde von der Öffentlichkeit aber eher skeptisch beäugt. Angeblich kam Lamar Hunt, dem umtriebigen Eigentümer der Kansas City Chiefs, die zündende Idee, da sich seine Kinder oft mit einem Spielzeug namens „Super Ball“ beschäftigten. Im Gedanken an die populären Bowl Games im College-Football hatte er den entscheidenden Einfall zur Namensgebung.
Die römische Nummerierung wurde erst 1971 eingeführt, das Endspiel von 1967 zwischen den Green Bay Packers und Kansas City erhielt retrospektiv die Nummer I. Bisher einzige Ausnahme in diesem Schema ist aus optischen Gründen die diesjährige Jubiläumsausgabe „Super Bowl 50“ zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos.
Die Super Bowl hat bisher jede Krise überstanden. Nicht zuletzt dank wegweisender TV-Verträge stieg die NFL zur profitabelsten Unternehmung im US-Sport auf. Football überholte Baseball als Nationalsport. Den Live-Zuschauerrekord hält noch immer Super Bowl XIV: 103.985 Besucher fanden sich am 20. Jänner 1980 im Rose Bowl Stadium in Pasadena bei Los Angeles ein.
Rekordsieger sind die Pittsburgh Steelers, die die Vince Lombardi Trophy bisher sechsmal stemmten, zuletzt 2009. Dahinter folgen die Dallas Cowboys sowie die San Francisco 49ers mit je fünf Titeln. Benannt wurde der Pokal 1970 nach der kurz zuvor verstorbenen Trainerlegende der Green Bay Packers.
Als Spieler heimste Charles Haley die meisten Titel ein. Der Verteidiger war von 1988 bis 1999 für San Francisco und Dallas fünfmal erfolgreich. Auch zwei Österreicher durften sich bereits Super-Bowl-Ringe an den Finger stecken: Der Ex-Rapidler Toni Fritsch triumphierte 1972 mit den Cowboys, der in Mondsee geborene Raimund „Ray“ Wersching 1982 und 1985 mit den 49ers. Beide machten als Kicker in der NFL Karriere.
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