Landespolitik

Bürgermeister drehte an Lebensplanung

© Wenzel

Kauns – Für den 36-jährigen Kauner Bürgermeister Bernhard Huter ist alles anders gekommen als gedacht. „Schon vor Monaten habe ich allen ges...

Kauns –Für den 36-jährigen Kauner Bürgermeister Bernhard Huter ist alles anders gekommen als gedacht. „Schon vor Monaten habe ich allen gesagt, dass ich nicht mehr kandidiere. Ich wollte mich in meinem erlernten Beruf als Bauingenieur weiterentwickeln.“ Das habe er auch mit seiner Familie so besprochen. Aber als die Gemeinderatswahl näherrückte, musste der amtierende Dorfchef ernüchternde Feststellungen machen: Die verbleibenden Mandatare waren weit davon entfernt, eine neue Liste zu formieren, geschweige denn einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Auch mögliche Quereinsteiger winkten ab.

„Die Gefahr, dass Kauns ohne Gemeinderat dasteht, war groß“, resümierte er. Nach einer schwierigen Nachdenkpause habe er sich entschlossen, seine Lebensplanung zu ändern und öffentliches über privates Interesse zu stellen. „Es war eine Entscheidung für Kauns. Ich möchte die Dorfgemeinschaft nicht im Regen stehen lassen.“ Kauns zählt knapp 500 Einwohner, die Gemeinde hat ein Budget in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad ist mit 15 Prozent niedrig.

Vor sechs Jahren war das landwirtschaftlich geprägte Dorf noch hoch verschuldet. Er habe so gewirtschaftet, „als wäre das öffentliche Geld mein Privatgeld“.

Große Sprünge werde sich Kauns weiterhin nicht leisten können, ein Lebensmittel-Nahversorger sei unrealistisch. „Was wir haben, ist ein gutes Klima im Dorf und bei den Vereinen. Und das soll so bleiben“, so Huter. (hwe)

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Matthias Reichle

Matthias Reichle

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