Leitbörsen in Fernost schließen einheitlich im roten Bereich

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch einheitlich im roten Bereich geschlossen. Besonders deutliche Verluste gab es in T...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch einheitlich im roten Bereich geschlossen. Besonders deutliche Verluste gab es in Tokio zu beobachten, wo der Nikkei-225 um 559,43 Zähler oder 3,15 Prozent auf 17.191,25 Punkte nachgab. Klare Abschläge setzte es außerdem in Hongkong: Der Hang Seng Index verlor 455,25 Zähler oder 2,34 Prozent auf 18.991,59 Einheiten.

Der Shanghai Composite fiel um vergleichsweise moderate 10,32 Punkte oder 0,38 Prozent auf 2.739,25 Punkte. In Australien und Indien ging es hingegen ebenfalls klar abwärts. Der Sensex 30 in Mumbai schloss um 315,68 Punkte oder 1,29 Prozent tiefer bei 24.223,32 Zählern. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel um 113,2 Zähler oder 2,24 Prozent auf 4.930,80 Einheiten.

Neuerlich lasteten Sorgen um die globale Konjunktur auf der Stimmung am Aktienmarkt. Die Ölpreise haben zur Wochenmitte weiter nachgegeben, ein Fass der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete im asiatischen Tagesverlauf wieder weniger als 30 Dollar. „An den Märkten dominiert die Furcht vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung“, sagte ein Anlagestratege von Goldman Sachs in Hongkong gegenüber Bloomberg.

Dass die Börse in Shanghai vom asienweiten Abverkauf vergleichsweise gering betroffen war, begründeten Marktbeobachter mit einer Aufhellung im chinesischen Dienstleistungssektor. Der vom Wirtschaftsmagazin Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex der Dienstleistungsunternehmen ist im Jänner von 50,2 Punkten im Vormonat auf 52,4 Punkte gestiegen. „Insgesamt erweist sich der Dienstleistungssektor unverändert als weitgehend robust“, kommentierten Analysten von HSBC Trinkaus die Daten. Dies reiche aber nicht aus, um die gegenwärtige Schwäche in der Industrie zu kompensieren.

Auf Unternehmensseite stand in Tokio Nomura im Mittelpunkt. Die Aktie der japanischen Großbank brach um über zehn Prozent ein, nachdem das Unternehmen ein Profitabilitätsziel für sein Überseegeschäft verschob. Im Ende bis März laufenden Geschäftsjahr werde man das ausgegebene Ziel eines Vorsteuergewinns von 50 Mrd. Yen noch nicht erreichen, teilte Nomura mit. Die gleichzeitig veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal zeigten wiederum einen klaren Gewinnrückgang.

In Hongkong stürzten die Titel von Lenovo ebenfalls um über zehn Prozent ab. Der PC-Hersteller hat mit seinen Ergebnissen zum abgelaufenen Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Der Umsatz sank um 8 Prozent auf 12,9 Mrd. Dollar. In der PC-Sparte schrumpften die Erlöse um zwölf Prozent auf acht Milliarden Dollar. Sie macht den Großteil des Lenovo-Geschäfts aus.

Klare Verluste verzeichneten zudem die Aktien des Versicherers AIA, die um 4,88 Prozent tiefer schlossen. Sie wurden von Medienberichten belastet, wonach die chinesischen Behörden Restriktionen für den Kauf von Versicherungen in Übersee planten. Die Maßnahme zielt darauf ab, Kapitalabflüsse einzudämmen. In Festlandchina würde der Abschluss von Versicherungen in Hongkong häufig genutzt, um Ersparnisse in Hongkong- oder US-Dollar zu konvertieren, heißt es dazu in einem Kommentar von Nomura.

In Sydney gehörten die Titel der National Australia Bank mit einem Minus von 5,55 Prozent zu den größten Verlierern. Das Finanzinstitut hat Details zum Verkauf seines Geschäfts in Großbritannien bekannt gegeben.