Angriff auf Kinder in Oststeiermark: Verdächtiger zurechnungsfähig

Feldbach/Graz (APA) - Im Juni ist es ein Jahr her, dass ein Oststeirer mit einer selbst gebastelten Waffe auf zwei Mädchen aus seiner Nachba...

Feldbach/Graz (APA) - Im Juni ist es ein Jahr her, dass ein Oststeirer mit einer selbst gebastelten Waffe auf zwei Mädchen aus seiner Nachbarschaft, deren Mutter und einen einschreitenden Mann losgegangen ist. Der Täter verletzte die Opfer zum Teil schwer und tauchte danach mehrere Tage im Wald unter. Seit seiner Festnahme ist er in Untersuchungshaft. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge ist er zurechnungsfähig.

Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte am Mittwoch einen Bericht des ORF-Radio Steiermark, wonach das Gutachten der Sachverständigen Adelheid Kastner nun vorliege. Ausständig ist noch die Expertise der Gerichtsmedizin, sagte Bacher.

Der heute 52-jährige Mann aus dem Bezirk Südoststeiermark ging am 3. Juni mit einem Eisenrohr, auf das er eine Art Kugel mit Nagelspitzen montiert hatte, auf die Nachbarskinder los. Er verletzte eine damals Fünfjährige schwer, ihre achtjährige Schwester musste ebenfalls ins Spital. Die Mutter erlitt bei der Attacke Kopf- und Gesichtsverletzungen. Ein anderer Nachbar, der den Täter mit seiner Gaspistole vertreiben wollte, trug eine Stichwunde davon. Nach dem Angriff flüchtete der Mann in den Wald und wurde fünf Tage später von einer Hundestreife gefunden.

Der selbstständige Tischler hatte vor der Attacke ein gutes Verhältnis zu den beiden Mädchen. Das änderte sich, als ein zwölfjähriger Bursche in ein neues Nachbarhaus eingezogen war und die Schwestern immer öfter mit ihm spielten. Als Motiv gab er an, dass er einen Hass auf die Mutter der beiden Mädchen entwickelt habe. Zuerst hatte er nämlich eine Beziehung zu den beiden Kindern aufgebaut, dann hätten diese aber nicht mehr so oft zu ihm gehen dürfen. Daraufhin habe der Mann der Mutter einen „Denkzettel“ verpassen wollen, der Angriff mit der Morgenstern-ähnlichen Waffe sei daraufhin eskaliert.