Flüchtlinge - Masterplan in OÖ für Quartiere
Linz (APA) - In Oberösterreich fehlen aktuell 900 Plätze um die Quote für Asylunterkünfte zu erfüllen. Weiters müssen aufgrund des anhaltend...
Linz (APA) - In Oberösterreich fehlen aktuell 900 Plätze um die Quote für Asylunterkünfte zu erfüllen. Weiters müssen aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms jeden Monat noch rund 1.000 zusätzliche geschaffen werde. Aus dem Grund hat Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) am Mittwoch einen Masterplan zur Schaffung weiterer Quartiere präsentiert. Kriterien sollen aufgeweicht werden.
Bisher dominiert in Oberösterreich die Struktur von Kleinquartieren bei der Landesgrundversorgung. Maximal 50 Plätze galt bisher als Norm. Laut dem neuen Masterplan soll die Quartiersgröße nun auf bis zu 100 Personen ausgeweitet werden. Auch abgelegene Unterkünfte, die wegen ihrer Lage bisher vom Land abgelehnt wurden, kommen jetzt infrage. „Als flankierende Maßnahme ist aber die Einführung von Shuttlediensten in die Städte geplant“, erklärte Anschober. Außerdem will er jetzt verstärkt mobile Unterkünfte aufstellen lassen. Auch leer stehende Büros und Gewerbebetriebe seien eine Option. Außerdem appelliert er an die Privaten, Obdach zu gewähren. Hier wurde bereits Ende des Vorjahres die Plattform „ZusammenHelfen in OÖ“ ins Leben gerufen.
Ziel ist es, mit dem Masterplan das Tempo bei der Beschaffung neuer Plätze zu erhöhen, so der Landesrat. Und dass die Zeit dränge, bestätigte auch der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Christian Konrad, der bei der Pressekonferenz in Linz anwesend war. Im Jänner wurden in Österreich 7.000 Asylanträge gestellt. Bei gleichbleibender Zahl sei die angepeilte Obergrenze von 37.500 damit zu Jahresmitte erreicht. Bis Juni müsse also Oberösterreich gemäß des Verteilungsschlüssels jeden Monat 1.000 zusätzliche Plätze schaffen, rechnete er vor.
Noch ist der Masterplan nicht beschlossen. Bisher habe Anschober lediglich mit Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) den Leitfaden besprochen. Die FPÖ hat bereits Ablehnung signalisiert. Ihr Klubobmann Herwig Mahr teilte in einer Presseaussendung mit: „Nicht die Unterbringung von weiteren tausenden Fremden, sondern die Gewährleistung der Sicherheit unserer Bürger muss uns jetzt beschäftigen.“ Aktuell sind in OÖ 13.000 Personen in der Grundversorgung.
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