Welt-Krebs-Tag - Zwischen Politik und Wissenschaft

Wien (APA) - Der Welt-Krebs-Tag morgen, Donnerstag (4. Februar), führte am Mittwoch zu zahlreichen Stellungnahmen. So führte beispielsweise ...

Wien (APA) - Der Welt-Krebs-Tag morgen, Donnerstag (4. Februar), führte am Mittwoch zu zahlreichen Stellungnahmen. So führte beispielsweise der in Wien ansässige Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) an, dass in den meisten Ländern der Welt eine ausreichende Versorgung von Krebspatienten mit hoch wirksamen Schmerzmitteln nicht gegeben ist.

Der INCB hat einen Bericht zu dem Thema publiziert. Die entsprechenden Zahlen wurden aber auch bereits vor einem Jahr bekannt gemacht. 5,5 Milliarden Menschen haben keinen oder nur einen begrenzten Zugang zu Medikamenten, die Substanzen wie Codein oder Morphin enthalten. Damit haben drei Viertel der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer wirksamen Schmerzbehandlung. 92 Prozent des Morphins stehen nur 17 Prozent der Weltbevölkerung zur Verfügung, überwiegend in den USA, in Kanada, Westeuropa, Australien und Neuseeland, haben die Fachleute errechnet. Österreich gehört zu jenen Staaten, wo die analgetische Betreuung von Karzinompatienten hoch entwickelt ist.

30 Prozent aller Krebserkrankungen sind durch das Rauchen bedingt, 90 Prozent der Lungenkrebserkrankungen sind zigarettenbedingt. Neuesten Studien zufolge ist sogar ein Zusammenhang zu Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs festgestellt worden, wurde am Mittwoch ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger in einer Aussendung zitiert. Jährlich würden in Österreich rund 15.000 Menschen an den Folgen dese Rauchens sterben. Team Stronach-Konsumentenschutzsprecher Leo Steinbichler warnte vor den „Krankmachern“ in den Lebensmitteln. „Palmöl etwa, das unter fragwürdigen und umweltbelastenden Bedingungen gewonnen wird, findet sich schon in 70 Prozent unserer Lebensmittel. Und in diesem Palmöl findet sich auch immer wieder Glyphosat.“

Die Proponenten des MedAustron-Beschleunigers in Wiener Neustadt, wo in Zukunft einen Strahlentherapie mit Protonen und Ionen für speziell dafür geeignete Krebspatienten durchgeführt werden soll, wiesen darauf hin, dass man im kommenden Herbst die ersten Patienten behandeln wolle. Zu Beginn werden Patienten mit Protonen bestrahlt werden, später auch mit Kohlenstoffionen. Kohlenstoffionen weisen noch höhere biologische Wirksamkeit als Protonen auf. Generell eigne sich die Ionentherapie für Tumore, die gegen herkömmliche Bestrahlung resistent oder in einer schwierig zu behandelnden anatomischen Lage sind. Das Zentrum wird aber zahlenmäßig nur relativ wenige Personen behandeln. In Österreich gibt es eine heftige Diskussion über einen offenkundigen Mangel an Bestrahlungskapazitäten für Krebspatienten. MedAustron ist hier laut Aussagen von Strahlentherapeuten kein Ersatz.

Bereits am Dienstag hatten Mitglieder der Arbeitsgruppe „NanoMedicine-Austria“ auf das Potenzial der Nanotechnik in der Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen hingewiesen. Projekte gibt es auf diesem Gebiet in Kooperation von Medizinern und Technikern - auch auf EU-Ebene. Dabei geht es beispielsweise um neue Biomarker-Verfahren und um die spezifische und zielgerichtete Anwendung von Arzneimitteln via Nanopartikel.