Flugzeugunglück

Explosion kurz nach Start in Mogadischu: Pilot tippt auf Bombe

Eine Bombe riss kurz nach dem Start von Mogadischu in Richtung Dschibuti am 2. Februar ein rund ein Meter großes Loch in den Rumpf eines Flugzeuges.
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Die Explosion ereignete sich am Dienstag kurz nach dem Start des Airbus A321 in der somalischen Hauptstadt.

Mogadischu - Der Pilot einer nach einer Explosion an Bord sicher in Mogadischu gelandeten Passagiermaschine hält einen Bombenanschlag für wahrscheinlich. Das sagte der 64-jährige serbische Pilot Vladimir Vodopivec, wie die serbische Zeitung „Blic“ am Mittwoch berichtete. Laut US-Regierungsquellen gehen auch Ermittler von einem Bombenanschlag aus.

Die Explosion ereignete sich am Dienstag kurz nach dem Start des Airbus A321. Ein Mann soll durch die Explosion aus der Maschine geschleudert und getötet worden sein. Davon gingen am Mittwoch somalische Experten aus, wie ein ranghoher Beamter in Mogadischu erklärte. Die beim Ort Bal‘ad rund 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt aufgeschlagenen Körperteile sollten nun identifiziert werden, sagte er. Nach Polizeiangaben wurden zwei Flugzeuginsassen leicht verletzt.

74 Passagiere an Bord

Die Maschine der Fluggesellschaft Daalo Airlines war in der somalischen Hauptstadt in Richtung Dschibuti gestartet, als sich die Explosion ereignete. An Bord waren amtlichen Angaben zufolge 74 Passagiere. Die Explosion riss über der rechten Tragfläche ein Loch von rund einem Meter Durchmesser in den Rumpf. An den Lochrändern waren Rußspuren zu sehen.

Laut „Blic“ sagte Vodopivec einem Freund, er gehe von einer Bombe aus. Glücklicherweise habe die Explosion das Navigationssystem des Flugzeugs nicht beschädigt, so dass er die Maschine sicher landen konnte.

Notlandung verlief glimpflich

Nach Angaben eines Flughafenvertreters verlief die Notlandung weitgehend glimpflich. Viele Passagiere hätten allerdings einen völlig verängstigten Eindruck gemacht. Auf Videoaufnahmen in sozialen Medien war zu sehen, wie Sauerstoffmasken von der Decke hingen, während Passagiere sich im hinteren Teil des Flugzeugs versammelten und von dort aus Fotos machten. Die Passagiere wurden nach der Notlandung in Sicherheit gebracht, wie die Fluggesellschaft mitteilte.

Der Flughafen von Mogadischu ist wie eine Festung gesichert. Er grenzt an einen Stützpunkt der insgesamt 22.000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom). Diese unterstützt seit Jahren die schwache somalische Regierung im Kampf gegen die islamistischen Shabaab-Rebellen. Mitte 2011 gelang es den AU-Soldaten, die Rebellen aus Mogadischu und später auch aus anderen Städten zu vertreiben. Die Aufständischen verüben jedoch weiterhin regelmäßig Anschläge in Somalia und in Nachbarstaaten. (APA/AFP/Reuters/dpa)