Gemeinderatswahl 2016

TT-Wahlforum in Imst: Große, aber gemeinsame Aufgaben

TT-Chefredakteur Alois Vahrner (M.) leitete die Diskussion der Bürgermeisterkandidaten Markus Bernardi, BM Stefan Weirather, GR Doris Reheis, GR Andrea Jäger, VBM Gebi Mantl und GR Norbert Praxmarer (v. l.).
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In Imst präsentierten sich beim TT-Forum am Mittwochabend alle sechs Bürgermeisterkandidaten. Die Anliegen sind zum Großteil die gleichen: Innenstadt, Lebensqualität, Wohnen sowie Pflege und Betreuung.

Von Alexander Paschinger

Imst –Zehn Listen, sechs Bürgermeisterkandidaten: Der nach dem Schemenlaufen eingesetzte Wahlkampf in Imst lockte trotz heftigem Schneefall am Mittwochabend über 200 interessierte Bürger zum TT-Forum unter der Moderation von TT-Chefredakteur Alois Vahrner in den Stadtsaal. Wer aber angesichts des Gedränges am Podium mit sechs Anwärtern auf das Bürgermeisteramt mit einer Argumentenschlacht rechnete, der wurde enttäuscht. Vielmehr strichen BM Stefan Weirathe­r, VBM Geb­i Mantl, GR Doris Reheis, GR Andrea Jäger und GR Norbert Praxmarer bereits Erreichtes, Erfolge und anstehende gemeinsame Aufgaben hervor. Schwerer tat sich FP-Kandidat und Noch-nicht-Stadtpolitiker Markus Bernardi, der mit Sicherheitsfragen und der Forderung nach einer günstigeren Hundesteuer versuchte, auf sich aufmerksam zu machen.

„Wo“, fragte Karl Preschern aus dem Publikum nach einer ersten Vorstellungsrunde der Diskutanten, „wo sind eigentlich die gravierenden Unterschiede zwischen den Kandidaten?“ Innenstadt-Entwicklung, Ausbau von Pflege und Kinderbetreuung, leistbares Wohnen finden sich auf jedem Wahlprogramm. Die Antworten blieben vage und wurden nur im Laufe der zweieinhalbstündigen Diskussion geliefert. Mantl würde als Bürgermeister „zu 100 Prozent vor Ort sein“. Reheis würde als erste Tat eine eigene Sozialabteilung als Anlaufstelle einrichten. „Augenmaß und Herz“ bräuchten die Verbesserungen der Lebensqualität laut Jäger. Beim immer noch ausstehenden Projekt Hallenbad würde Praxmarer nicht lockerlassen. Und eben die Höhe der Hundesteuer ab dem zweiten Tier und die Sicherheit sind die zentralen Anliegen Bernardis. BM Weirather verwies seinerseits auf das eben beschlossene 55-Millionen-Budget von Stadt und Stadtwerken, Schuldenreduktion oder 50 Millionen an privaten Investitionen in der Innenstadt. Und das alles sei durch die Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates passiert.

Das bestimmende Thema stellte einmal mehr die Innenstadt-Belebung dar. 400.000 Euro seien jährlich im mittelfristigen Finanzplan dafür vorgesehen, so Mantl. Für Weirather „wäre es schön, sie verkehrsfrei zu bekommen“, allerdings am Ende eines noch langen Weges. Daran schieden sich die Geister. Denn für die Fußgängerzone sprach sich am deutlichsten Reheis aus, die auch Wohlfühlplätze forderte. Mantl sympathisierte eher mit Shared Space (gemeinsame Nutzung der Verkehrsteilnehmer mit geringsten Geschwindigkeiten), erst wenn es sich entwickelt, „sollte man die Fußgängerzone andenken“. Die ist bei Praxmarer „derzeit kein Thema“, während Shared Space für Jäger „mittelfristig gescheit“ sei. Ob man auch in der Langgasse oder in der Oberstadt Förderungen für Hausfassaden wie in der Kramergasse bekommen könne, wollte Martin Gstrein wissen: Mit einem Ansuchen werde man sich wohl beschäftigen müssen, hieß es dazu vom Podium.

Breiteren Raum nahm auch das Thema Wohnen ein: 770 Wohnungen in Imst werden von der Stadt vergeben, ein Gremium von sieben Personen sei damit betraut, so die zuständige Referentin Reheis. Anzustreben, so Reheis und Mantl, seien Wohnungen um 5 Euro pro Quadratmeter wie in Schwaz. Leistbares Wohnen steht bei allen am Programm.

Angesprochen auf ein mögliches Hallenbad verwies Weirather auf das Land – die überörtliche Raumordnung arbeite an einem Konzept, das LH Günther Platter nach den Wahlen präsentiere. Ansonsten verwiesen alle auf die bislang gescheiterten Versuche, die Umlandgemeinden einzubinden. Mantl und Jäger kritisierten hier allerdings die Vorgangsweise von Stadtchef Weirather.

Einigkeit herrscht bei den Themen Pflege (4,6 Mio. Euro für das Betagtenheim) sowie Beschneiungsanlage (1,5 Millionen), wobei man hofft, dass die Einsprüche zurückgezogen werden.

Für die Bleibe der Künstler am Sonnberg gab es keine gute Nachricht: Das Haus ist baufällig und werde abgerissen. Allerdings wurde auch die Möglichkeit angesprochen, dass sie eventuell im geplanten Kulturquartier unterkommen könnten.

Aus dem Publikum gab es schließlich auch noch den Wunsch nach mehr Gehsteigen. Auch die Stausituation beim FMZ in der Industriezone gehört zu den künftigen gemeinsamen Aufgaben.

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