Landespolitik

NMS Mittelgebirge: Palfrader sieht Bürgermeister am Zug

Die Bildungsländesrätin steht dem Mittelschul-Wunsch offen gegenüber, sieht Zuständigkeit aber bei den Gemeinden. Liste Fritz fordert Taten.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Aldrans, Lans, Sistrans, Patsch und Teile von Ampass: All die Schüler dieser Gemeinden des südöstlichen Mittelgebirges müssen derzeit nach Abschluss der Volksschulzeit in die Stadt Innsbruck pendeln. Weil sie zum Schulsprengel Innsbruck-Stadt gezählt werden. In der gesamten Region ist – anders als in vergleichbaren Regionen – keine Neue Mittelschule zu finden.

Das wollen nun sowohl eine Aldranser Elterninitiative als auch die Liste Fritz ändern. Erstere hat, wie berichtet, eine Unterschriftenaktion gestartet, zweitere eine diesbezügliche Landtagsanfrage an Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) gerichtet. Deren Antwort ist dieser Tage im Landtagsklub der Liste Fritz eingetrudelt.

Palfrader bestätigt, dass auch in den kommenden Jahren die für eine Schulneugründung im Mittelgebirge erforderliche Mindestzahl an Schulkindern gegeben sei. Aus der Vergangenheit erklärt sie das bisherige Einpendeln der Mittelgebirgskinder mit „der guten Verkehrsverbindung und der guten Schülerbeförderung“ nach Innsbruck. Prinzipiell, so Palfrader, stehe sie „allen Diskussionen offen gegenüber“. Allerdings lägen „die Hauptzuständigkeiten bei allen betroffenen Gemeinden“. Ungeachtet dessen zeigt Pal­f­rader aber noch ungelöste Problemfelder des NMS-Wunsches auf: „Es ist unklar, ob ein für alle Gemeinden akzeptabler Standort gefunden werden kann.“ Auch sprächen die „erheblichen Kosten bei einem Schulneubau trotz bereits vorhandener Schulinfrastruktur“ aus wirtschaftlicher Sicht gegen eine Neuerrichtung. Diese hätten nämlich die Gemeinden zu tragen. Darüber hinaus wäre möglich, dass mit der Neueröffnung einer NMS Mittelgebirge eine NMS in Innsbruck geschlossen werden müsste.

Auf Basis der Schülerzahlen sieht Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider „Grund genug für die Bürgermeister und Gemeinderäte, dieses Projekt ernsthaft anzugehen“. Viele Eltern würden eine eigene NMS begrüßen: „Das würde auch das alljährliche Problem von zu wenig Plätzen an Innsbrucker Gymnasien entspannen.“ Hürden wie Finanzierung und Standort, so die Liste Fritz, müssten von den Bürgermeistern übersprungen werden. Der jetzige Gemeinderatswahlkampf sei „ein guter Zeitpunkt in den Gemeinden, sich klar und eindeutig zur NMS Mittelgebirge zu bekennen“.

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