Innsbruck-Land

„Unsere schöne Aussicht allein ist zu wenig“

Symbolfoto.
© Robert Parigger

Die Bürgermeister von Lans, Sistrans und Aldrans wollen auch nach der Wahl fest im Sattel sitzen. Das südöstliche Mittelgebirge sehen sie auf Kurs.

Von Maximilian Schnabl

Aldrans, Sistrans, Lans –Es sind große Herausforderungen, vor denen diese drei Mittelgebirgsdörfer aktuell stehen: Die Bevölkerungszahlen steigen, gleichzeitig sind die Preise für Wohnraum im Vergleich mit anderen Umlandgemeinden Innsbrucks enorm. Und auch touristisch hat das Mittelgebirge schon bessere Zeiten erlebt. Die regierenden Bürgermeister wollen sich künftig auf eine verstärkte Zusammenarbeit in der Region und Infrastrukturprojekte konzentrieren – so sie auch nach der Wahl im Feber noch im Amt sind.

Die „Absolute“ peilt der Lanser Bürgermeister Benedikt Erhard an. Unter dem Namen „Liste Lans“ hat er die zwei GR-Fraktionen „Dorfliste“ und „Lanserköpfe“ vereint. Eine Zweidrittelmehrheit gibt der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler (Gemeinsam für Sistrans) für seine vierte Amtszeit als Zielvorgabe aus. Neben Koflers Liste werden in Sistrans auch die Grünen zur Wahl antreten, allerdings ohne BM-Kandidatin. Zurückhaltender zeigt sich der Aldranser Dorfchef Hannes Strobl (Gemeinschaftsliste), der aller Voraussicht nach mit drei weiteren Listen um Wählerstimmen kämpfen wird. „Minimalziel ist, dass wir unsere fünf Mandate halten, jeder Zugewinn ist natürlich umso besser“, sagt Strobl, der vor einem Jahr nach dem Rücktritt von Listenfreund Adi Donnemiller dessen Amt übernahm. Mit fünf Mandaten hätte Strobl künftig nur mehr ein Drittel der möglichen GR-Sitze – in der kommenden Periode werden im Aldranser und Sistranser Gemeinderat aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahlen (über 2.000) erstmals je fünfzehn statt bisher dreizehn Vertreter Platz nehmen.

Benedikt Erhard, BM von Lans.
© Schnabl

Dem Zuzug in die Gemeinden soll in den kommenden Jahren mit Erweiterungen der Volksschulen und einem Ausbau der Kinderbetreuung Rechnung getragen werden, kündigen die Bürgermeister an. In Lans sollen bis 2020 Schule, Kinderkrippe und Kindergarten „zum Teil adaptiert, zum Teil neu gebaut werden“, sagt BM Erhard. Zusätzlich zu einem weiteren Klassenzimmer in der Aldranser Volksschule will Hannes Strobl im Falle eines Wahlsiegs den Umbau des Gemeinde­amtes vorantreiben. Was dessen (seit 1. Jänner gesetzlich vorgeschriebene) Barrierefreiheit anbelangt, gebe es noch „einiges zu tun“.

Josef Kofler (Sistrans) schwebt eine neue, ortsübergreifende Mittelschule in der Region vor. Wie berichtet, kämpft eine Aldranser Elterninitiative dafür. „Ich persönlich bevorzuge eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 14-Jährigen“, erklärt der Bürgermeister, vielleicht könne man sich mit den umliegenden Gemeinden „sogar auf ein Modell mit Oberstufe einigen“. Fakt sei jedenfalls, „dass so ein Projekt für eine einzelne Gemeinde zu teuer ist“, so Kofler. In den kommenden Jahren wolle er das Gespräch mit seinen Amtskollegen im Mittelgebirge suchen.

Josef Kofler, BM von Sistrans.
© Schnabl

Große Hoffnungen setzen die drei BM-Kandidaten in den Markenfindungsprozess für das südöstliche Mittelgebirge, der im vergangenen Sommer – ausgehend von der Landeshauptstadt – gestartet wurde. In mehreren Workshops haben Vertreter von Stadt Innsbruck, Tourismusverband und allen Gemeinden zwischen Patscherkofel und Tulfes bisher u. a. ein Stärken-Profil und Ideen für die Entwicklung einer „Vital-Region“ erarbeitet. Über die Ansiedlung von Gast- und Freizeitbetrieben, Erweiterungen des Rad- und Wandernetzes sowie bessere öffentliche Verkehrsanbindungen soll das Gebiet für Touristen wie Einheimische aufgewertet werden.

Neben einem Radweg nach Innsbruck plädiert Strobl für eine „bessere Koordination“ von Busstrecken des VVT (Verkehrsverbund Tirol) und der IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe). Dafür tritt auch Kofler ein: Sowohl die Buslinien zwischen Aldrans und Innsbruck als auch die Querverbindungen innerhalb des Mittelgebirges müssten effizienter werden, wolle man die Region als Naherholungsgebiet stärken. „Die schöne Aussicht allein ist zu wenig“, meint Kofler, der in der Steuerungsgruppe des Markenfindungsprozesses sitzt. Anfang April sollen erstmals Ergebnisse der Workshops in Igls der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Hannes Strobl, BM von Aldrans.
© Schnabl

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