Daimler-Wachstumstempo soll 2016 etwas nachlassen
Stuttgart (APA/Reuters) - Nach dem starken Wachstum 2015 wird Daimler angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der Weltwirtschaft etwas vo...
Stuttgart (APA/Reuters) - Nach dem starken Wachstum 2015 wird Daimler angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der Weltwirtschaft etwas vorsichtiger. Der operative Konzerngewinn soll nach dem sprunghaften Anstieg um 36 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro in diesem Jahr nur noch leicht steigen. 2016 werde ein weiteres gutes Jahr für Daimler, sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Donnerstag.
„Aber Erfolge muss man sich immer wieder neu erarbeiten.“ An der Börse kam der zurückhaltendere Ausblick nach dem Rekordgewinn schlecht an. Die Aktie verbilligte sich um mehr als fünf Prozent.
Für die leiseren Töne gibt es mehrere Gründe. Einer ist das schwächere Wachstum in China. Das Land ist inzwischen der größte Einzelmarkt für Daimlers Pkw-Geschäft. Nach einem Absatzplus von 41 Prozent dank neuer Modelle werde die Wachstumsrate in der Volksrepublik in diesem Jahr moderater ausfallen, wenngleich der Marktanteil weiter steigen soll. Finanzvorstand Bodo Uebber erwartet außerdem weniger Rückenwind vom schwächeren Euro in diesem Jahr: Nach 900 Mio. Euro 2015 kalkuliert er mit 400 Mio. Euro für dieses Jahr. Hinzu kommen steigende Investitionen in neue Modelle und Trends wie die Digitalisierung.
„Wir haben nach einem absoluten Rekordjahr eine weitere Steigerung angekündigt“, betonte Zetsche in Stuttgart. Deshalb könne von einer verhaltenen Stimmung keine Rede sein. Auch Analysten zeigten sich vom Kursrutsch an der Börse überrascht. „Die Reaktion des Aktienmarktes ist krass“, sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Der Ausblick sei zwar vorsichtig, aber nicht schlecht.
Im vergangenen Jahr erreichte Daimler erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent auf 149,5 Mrd. Euro. Auch hier erwartet Daimler nur noch eine leichte Steigerung. Der Absatz von Pkw und Nutzfahrzeugen insgesamt legte im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 2,85 Mio. Fahrzeuge zu und soll deutlich weiterwachsen. Das Nettoergebnis schoss um fast ein Viertel auf 8,9 Mrd. Euro in die Höhe.
Die Rendite im Pkw-Geschäft war 2015 erstmals seit Jahren wieder zweistellig. Im laufenden Geschäft verdiente Mercedes-Benz operativ 10,0 Prozent vom Umsatz nach 8,1 Prozent im Vorjahr und erreichte damit seine Zielmarke. Neben zahlreichen neuen Modellen, unter anderem Geländewagen, trugen dazu Kostensenkungen und eine effizientere Produktion bei.
Doch der Gegenwind wird schärfer: Die S-Klasse, das profitabelste Modell der Stuttgarter, war 2013 eingeführt worden und hat mit Konkurrenz durch den jüngeren 7er BMW zu kämpfen. Im April startet der Verkauf des neuen Mercedes E-Klasse, wobei für das auslaufende Modell höhere Rabatte gegeben werden müssen. Auch die Anlaufkosten seien zunächst eine Belastung, erklärte Analyst Pieper.
Nach zehn Jahren im Amt als Vorstandschef kam Zetsche seinem Ziel, bis 2020 wieder zum größten Premiumhersteller weltweit aufzusteigen, ein großes Stück näher. Mit einem Absatz der Hauptmarke Mercedes-Benz von 1,87 Millionen Fahrzeugen schoben sich die Schwaben an Audi vorbei auf Platz zwei und lagen nur knapp hinter dem Platzhirsch BMW. Dem Analysehaus IHS Automotive zufolge könnte Mercedes in diesem Jahr die Zwei-Millionen-Marke knacken und BMW überholen.
~ ISIN DE0007100000 WEB http://www.daimler.com ~ APA338 2016-02-04/13:29
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