Koordinator weg, aber WM auf Kufe
Wenige Tage vor Beginn der Bob- und Skeleton-WM in Igls (ab 8. 2.) zog sich der Koordinator Emanuel Scheiber gesundheitsbedingt zurück. Wir schaffen das, ortet der Verbandspräsident im Stile Angela Merkels kein Problem.
Von Florian Madl
Innsbruck –Kurzfristig war sie groß, die Aufregung im Veranstaltungsbüro der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft. Der mit der Koordination betraute Emanuel Scheiber meldete sich dieser Tage krank, Erinnerungen an die Kalamitäten rund um das Verbandsbudget vor einem Jahr wurden wach. Doch die Verantwortlichen mit ihrem neuen Präsidenten Roman Schobesberger an der Spitze reagierten schnell im Stile eines Bobpiloten, Scheibers Assistentin Sabine Zangerle steigt in die Fußstapfen ihres vormaligen Chefs. „Im Grunde ist nichts passiert, wir haben einen gut funktionierenden Vorstand.“ Keine Rede davon, dass wieder schwere Zeiten anbrechen könnten, die Canossagänge zur Bundessportorganisation und ins Ministerium bleiben in unschöner Erinnerung. „Zum Glück ist alles auf Schiene“, meint auch Vizebürgermeister und Organisationschef Christoph Kaufmann zur „unangenehmen Situation“ nach Scheibers überraschendem Abgang. Die vor der Tür stehende WM beeinträchtige das nicht: „Das Budget von knapp 1,2 Millionen Euro ist gesichert, das ist die Hauptsache. Alles wird plangemäß stattfinden.“
Damit betragen die Veranstaltungskosten etwas mehr als das Jahresbudget des Verbands (ca. 1 Mio. €), dessen Zukunft auf Schiene bzw. auf Kufe zu sein scheint. Das gilt auch für Janine Flock (Skeleton) und Christina Hengster (Bob), die als Generalprobe für die Weltmeisterschaft ab heute die Europameisterschaft in St. Moritz bestreiten (auch Weltcup). Beiden Tirolerinnen werden Medaillenchancen eingeräumt, Gesamtweltcup-Siegerin Flock hat an die Naturbahn im Oberengadin ohnehin beste Erinnerungen. 2015 holte die 26-Jährige hier ihren ersten Weltcup-Sieg, heute (13.45/15.45 Uhr) will sie daran anknüpfen: „Ich bin superfit und spüre, dass ich von Tag zu Tag stärker werde.“ Erst morgen hat Christina Hengster ihren Auftritt im Bob, die 30-Jährige stand heuer bereits viermal auf dem Podest.
Neben Hengster gehen auch die Herren-Viererbobs mit den Tiroler Piloten Benjamin Maier und Lukas Kolb ins Rennen. In der Vorwoche konnten die beiden ebenfalls in St. Moritz ihren ersten Doppelerfolg im Europacup feiern. Nationaltrainer Manfred Maier gibt sich zuversichtlich: „Der Formaufbau stimmt.“ Einziges Fragezeichen in St. Moritz war laut Austria Presse Agentur zuletzt das Wetter. Aufgrund der hohen Temperaturen fielen die ersten Trainingsläufe unter der Woche ins Wasser.
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