Frühere SS-Funkerin in Auschwitz könnte verhandlungsfähig sein
Kiel (APA/dpa) - Eine wegen Beihilfe zum Mord an 260.000 Juden im Konzentrationslager Auschwitz angeklagte ehemalige SS-Funkerin muss sich m...
Kiel (APA/dpa) - Eine wegen Beihilfe zum Mord an 260.000 Juden im Konzentrationslager Auschwitz angeklagte ehemalige SS-Funkerin muss sich möglicherweise in Kiel vor Gericht verantworten. Ein ärztliches Gutachten schließt nach Angaben von Nebenklage-Vertretern die Verhandlungsfähigkeit der 92-jährigen Angeklagten nicht generell aus. Das bestätigte Rechtsanwalt Stefan Lode am Donnerstag der dpa.
Damit könnte eine Verhandlung unter Einschränkungen möglich sein. Ob und wann es zu einem Prozess vor dem Kieler Landgericht kommt, ist aber noch offen. Die zuständige Kammer prüfe anhand der Ergebnisse des Gutachtens, ob das Hauptverfahren eröffnet werde, teilte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mit.
Die Frau soll als Funkerin der Kommandantur des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von April bis Juli 1944 bei der systematischen Ermordung verschleppter Juden geholfen haben. Der Generalstaatsanwalt von Schleswig-Holstein hatte im September Anklage erhoben. Nach Informationen der „Welt“ stellt das Gutachten fest, dass die Frau in der Lage sei, einer möglichen Verhandlung für eine Stunde am Tag an zwei bis drei Verhandlungstagen in der Woche zu folgen.
Nach der aufsehenerregenden Verurteilung des früheren SS-Mannes Oskar Gröning zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen im Vorjahr in Lüneburg stehen in Deutschland mehrere weitere Verfahren gegen greise frühere Auschwitz-Täter an.
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