Oberstes Gericht Israels entließ Hungerstreikenden aus Haft

Jerusalem (APA/AFP) - Der Oberste Gerichtshof Israels hat die Verwaltungshaft eines palästinensischen Häftlings aufgehoben, der seit 72 Tage...

Jerusalem (APA/AFP) - Der Oberste Gerichtshof Israels hat die Verwaltungshaft eines palästinensischen Häftlings aufgehoben, der seit 72 Tagen im Hungerstreik ist und laut seinem Anwalt in Lebensgefahr schwebt. Der mutmaßliche Hamas-Aktivist Mohammed al-Kik bleibt aber in „medizinischem Arrest“ und darf ohne Erlaubnis der Justizbehörden das Krankenhaus nicht verlassen.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung vom Donnerstag mit der kritischen Verfassung des Häftlings. Al-Kik, ein zweifacher Vater und Reporter für die Fernsehsender der Almajd-Gruppe in Saudi-Arabien, war am 21. November in seiner Heimatstadt Ramallah im besetzten Westjordanland festgenommen worden. Vier Tage später trat der 33-Jährige aus Protest gegen seine Verwaltungshaft in den Hungerstreik. Diese Haftform ermöglicht Israel die unbegrenzte Sicherheitsverwahrung von Verdächtigen ohne Anklage oder Prozess.

Al-Kik wurde vor einigen Wochen vom Gefängnis ins Krankenhaus der nordisraelischen Stadt Afula verlegt, wo er unter Bewachung steht. Nach dem Urteil des Obersten Gerichts hat er nunmehr Anspruch auf Angehörigen-Besuche. Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet macht geltend, der Journalist sei ein aktives Mitglied der radikalislamischen Hamas und damit eine akute Sicherheitsbedrohung. 2008 war er wegen seiner Aktivitäten im Studentenrat der Birseit-Universität nahe Ramallah zu 16 Monaten Haft verurteilt worden.