Vorsicht vor Langfingern! Hotels haften bei Diebstahl beschränkt

Auch in Hotels heißt es wachsam sein. Der Zimmersafe ist zum Benützen da, allerdings nur mit tauglichem Zugangscode. Kommt Wertvolles abhanden, gibt es maximal 550 Euro zurück.

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Geld sollte man in den Zimmersafe geben oder bei sich behalten. Dann kommt erst gar kein Unbefugter auf die Idee, sich den Inhalt einer Geldtasche genauer anzusehen.
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Von Markus Schramek

Innsbruck –Manch ein Hotel ähnelt heute einem Hochsicherheitstrakt: Videoüberwachung in Garage, Lift und in den Gängen. Zutritt ins Zimmer nur mit speziellen Steckkarten. Der gute alte Schlüssel war einmal. Das hat seinen Grund: Langfinger sollen am Beute-Machen gehindert werden. Denn das Böse lauert immer und überall. Beherbergungsbetriebe sind da keine Ausnahme.

Kommen im Zimmer dennoch Habseligkeiten eines Gastes abhanden, gilt die Gastwirtehaftung („Gastwirt“ ist hier als jemand zu verstehen, der Fremde beherbergt).

Diese Haftung ist in Österreich im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt. Und zwar, ist man versucht zu sagen, schon seit ewigen Zeiten: seit 1811.

„Das Hotel haftet grundsätzlich für Sachen, die Gäste eingebracht haben“, erklärt Ilona Zweckberger, Juristin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Innsbruck. „Sachen eingebracht“ – was heißt das jetzt wieder? Es ist ein weit gefasster Begriff. „Das bedeutet alles, was ein Gast mit ins Hotel nimmt“, so Zweckbergers Präzisierung.

Die Haftung des Hotels ist allerdings enden wollend. 1100 Euro beträgt allgemein die Obergrenze, wenn Gegenstände aus einem Zimmer verschwinden.

„Geld, Wertpapiere und Kostbarkeiten wie Schmuck werden aber nur bis zu einem Betrag von 550 Euro ersetzt“, weiß Zweckberger. Der Nachweis, dass man mehr Bares dabei hatte, ist auch nicht leicht zu führen.

Anders liegt der Fall, wenn Pretiosen im Hotelsafe (Rezeption) deponiert werden und die Hotelleitung weiß, worum es sich dabei handelt. Zweckberger: „Werden solche Wertgegenstände wissentlich zur Aufbewahrung übernommen, fällt die Haftungsbegrenzung weg.“ Für solche Fälle ist den Hoteliers wohl eine Versicherung anzuraten.

Als Hotelgast kann man einem Diebstahl vorbeugen. Zimmersafes sind heute in den meisten Häusern Standard. Darin sollte man Wertvolles verstauen.

Aber Achtung: Auch hier kann man Fehler machen – wie eine Geheimzahl der Sorte 08/15 zu verwenden. „Manche nehmen einfach den im Safe voreingestellten Code ,0000‘ oder tippen ihr Geburtsdatum ein“, erzählt Hotelier Harald Ultsch. „Das ist leicht zu erraten.“ Richtig gehandhabt, hätten sich die Schließfächer in den Zimmern aber bewährt. „Es wird relativ selten ein Verlust oder Diebstahl gemeldet.“

Nicht jeder Diebstahl ist jedoch auch wirklich einer. „Es kommt vor, dass Gäste einen Verlust nur behaupten“, sagt Ultsch. Die elektronischen Kärtchen zum Entsperren der Hotelzimmer leisten in solchen Fällen Aufklärungsarbeit. Ultsch: „Mit den Kärtchen lässt sich auslesen, wer im betreffenden Zimmer gewesen ist und wann das war.“ Konfrontiert mit diesen Tatsachen, kommt es dann vor, dass ein Gast einen vermeintlich gestohlenen Gegenstand „doch wieder findet“.

Ultsch stellt sich vor das Personal. Natürlich sei es aber nicht ausgeschlossen, dass auch ein Mitarbeiter einmal etwas einsteckt.

Roman Ray Straub, Chef des „Hotel Europa“ in Innsbruck, hält es daher für wichtig, dass die Zimmer, wie in seinem Fünfsternebetrieb, vom eigenen Personal betreut werden. „Wird die Zimmerreinigung fremdvergeben, kommt jeden Tag jemand anderer zum Aufräumen.“ Bei den eigenen Leuten sei die Gefahr, „dass doch einmal ein Quatsch passiert“, sehr gering.


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