Nicht umzubringen: Löwinger Bühne „The New Generation“

Wien/St. Pölten (APA) - Mit dem Tod von Prinzipalin Sissy Löwinger im September 2011 endete die Geschichte einer traditionsreichen österreic...

Wien/St. Pölten (APA) - Mit dem Tod von Prinzipalin Sissy Löwinger im September 2011 endete die Geschichte einer traditionsreichen österreichischen Theaterinstitution. Nächste Woche kommt nun mit der „New Generation“ wieder Leben in die „Löwinger Bühne“. Premiere ist am 11. Februar im Kulturhaus Wagram in St. Pölten.

Um die Machenschaften eines Kärntner Großbauers geht es im ersten Stück der „Löwinger New Generation“, das von Ex-“Schlabarettistin“ und Regisseurin Eva Billisich auf die Bühne gestellt worden ist. Eine „Theatermischung im Stil der heutigen Zeit, jedoch auch mit dem Flair vergangener Tage“ verspricht eine Aussendung.

Als „ältestes Theater in Österreich“ bezeichnet sich die „Löwinger Bühne“ in ihrer eigenen Online-Chronik. Der Ursprung ist mit 1764 datiert, als der Dorfschullehrer Thomas Maggauer im Tiroler Oberinntal beschloss, seine Laientheaterspielerei zum Beruf zu machen und fortan mit einem Tournee-Theater durch die Lande der Monarchie tingelte. In Ungarn traf man auf eine Konkurrenzgruppe, geleitet von Bela Löwinger. Die Urgroßnichte Maggauers und der Sohn Löwingers verliebten sich, heirateten und fusionierten 1856 auch auf geschäftlicher Ebene. Das Generationentheater nahm seinen Lauf.

Mit Volksstücken und Spielopern von u.a. Friedrich Schiller und Franz von Suppé im Repertoire begab sich das Wandertheater auf einjährige Tournee durch Südamerika, 1970 folgten Gastspiele in Nordamerika. Mit dem Kauf des Favoritener Colosseums Anfang der 1930er Jahre wurde die Bühne in Wien sesshaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die Löwingers 1949 nach einigen Stationen endgültig Unterkunft im Renaissancetheater in Wien-Neubau (bis 1975).

Mit dem Aufkommen des Fernsehens wurde das Ensemble und dessen volkstümliche Lustspiele einer noch breiteren Zuschauerschaft in Österreich und Deutschland bekannt. Bei der Berliner Funkausstellung 1938 kam es mit der „Löwinger Bühne“ zur allerersten Fernsehübertragung eines Theaterstücks in Europa.

Zu den Publikumslieblingen zählten u.a. Paul Löwinger, Sepp Löwinger (nicht verwandt), Pauls Frau Liesl, deren Tochter Sissy, Walter Scheuer (gestorben 2013) und Hilde Rom. Auch Heinz Rühmann, Max Böhm, Heinz Conrads und Ernst Waldbrunn zählten dereinst zum Ensemble.

Und: Wo Löwinger draufsteht, muss auch Löwinger drin sein - die erst 15-jährige Karina Nöst-Löwinger, ein Nachfahrin Thomas Maggauers, gibt in dem Stück der „New Generation“ ihr Debüt.

(S E R V I C E - „Löwinger Bühne - The New Generation“; Premiere am 11. Februar, 20.00 Uhr im Kulturhaus Wagram, Oriongasse 4, 3100 St. Pölten. Weitere Stationen: Waidhofen Thaya (18.2.), Braunau (18.3.) und Freistadt (25./26.3.) www.loewinger-buehne.at)