Zu viel Zucker und Fett: Polnische Schüler naschten heimlich
In polnischen Schulen und Kindergärten wurden am „Fetten Donnerstag“ heimlich Krapfen genascht. Die Angst vor Kontrollen der Gesundheitsbehörden ging um.
Warschau/Lodz - Kleine Sünde oder Bruch der Vorschriften? In zahlreichen polnischen Schulen herrschte am fetten Donnerstag („tlusty czwartek“) Angst vor unangekündigten Kontrollen der Gesundheitsbehörden, wie die Zeitung „Polska Times“ am Freitag berichtete. An dem Donnerstag vor Karneval werden in Polen traditionell Krapfen und die in Schmalz gebackenen Faworki gegessen. So viel Fett und Zucker stehen aber im Widerspruch zu dem seit vergangenem Herbst geltenden Gesetz über Lebensmittelgesundheit, das Süßigkeiten, Schokoriegel und andere Produkte mit schlechter Nährwertbilanz aus Schulen und Kindergärten verbannt.
In mancher Schulküche wurde dennoch konspirativ gebacken. „Natürlich hatten wir Angst, aber es war doch „tlusty czwartek““, zitierte die Zeitung eine Schulleiterin im zentralpolnischen Lodz. „Es ist doch nur eine kleine Sünde einmal im Jahr“, rechtfertigte eine andere Direktorin die heimlich auf den Tisch gebrachten Krapfen. So sah es auch die Gesundheitsaufsicht: „Ein einmaliger Vorfall hat keinen Einfluss auf die Bewertung der Lebensmittel in einer Schule“, versicherte ein Inspektor. (dpa)
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