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Römisch-katholisch oder orthodox - Wo sind die Unterschiede?

Rom/Istanbul (APA/dpa) - Politischer Streit, kulturelle Unterschiede und theologische Differenzen: 1054 kam es zu einem Schisma, der ersten ...

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Rom/Istanbul (APA/dpa) - Politischer Streit, kulturelle Unterschiede und theologische Differenzen: 1054 kam es zu einem Schisma, der ersten großen Spaltung innerhalb des Christentums. Damals exkommunizierten sich die Oberhäupter der Ostkirche in Byzanz (heute Istanbul) und der Westkirche in Rom gegenseitig.

Folge war die Eigenständigkeit der orthodoxen Kirchen. Nach Katholiken und Protestanten stellen die Orthodoxen heute die drittgrößte Gruppe innerhalb des Christentums.

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Orthodoxe betrachten sich als Bewahrer der unverfälschten christlichen Überlieferung, sie sind eng an die Tradition gebunden. Ihre Gottesdienste zeichnen sich durch eine besonders feierliche Liturgie aus, sie dauern oftmals viele Stunden, bei hohen Festen eine ganze Nacht.

Die Autorität des Papstes lehnen sie ab. Sie werden nicht - wie in der katholischen Kirche - von einem einzigen Oberhaupt geleitet. Stattdessen gibt es verschiedene Patriarchate - wie in Moskau, Istanbul oder Jerusalem. Sind katholische Geistliche generell an den Zölibat, die Ehelosigkeit, gebunden, so können orthodoxe Priester vor der Ordination noch heiraten. Nur Bischöfe sollten alleine leben.

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Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte zwar die Annäherung der beiden Kirchen zu einem Hauptziel erklärt. Das gespannte Verhältnis zwischen Katholiken und Orthodoxen verschlechterte sich jedoch 2002, als der Papst vier Bistümer in Russland einrichtete. Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen, Patriarch Kirill, hat dennoch immer wieder auch die gemeinsamen Werte mit der katholischen Kirche betont.

Unter Johannes Pauls Nachfolger Benedikt XVI. (2005-2013) gab es dann wieder Zeichen der Entspannung. Zur Amtseinführung von Papst Franziskus im März 2013 reiste auch der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., an. Es war der erste Besuch seit fast 1000 Jahren.

Die orthodoxen Kirchen sind eigenständig. Ihnen gehören weltweit in etwa 15 eigenständigen (autokephalen) Zweigen rund 250 Millionen Gläubige an. Nach Katholiken und Protestanten stellen die Orthodoxen heute die drittgrößte Gruppe innerhalb des Christentums.

Schätzungen zu ihrer Zahl gehen aber weit auseinander. Die russische orthodoxe Kirche ist bei weitem die größte - sie hat nach Angaben aus Moskau etwa 150 Millionen Mitglieder. Daneben gibt es in Europa unter anderem die griechische und die serbische orthodoxe Kirche.

Zur Gruppe der orientalisch-orthodoxen Kirchen gehören unter anderem die syrische, die koptische, die armenische und die äthiopische Kirche. Der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat als Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen eine führende Rolle inne.


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