Papst trifft Patriarchen - Treffen in Europa „unangebracht“
Moskau (APA) - Statt sich auf halbem Wege zu treffen, reisen sie um den Erdball: Papst Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyril...
Moskau (APA) - Statt sich auf halbem Wege zu treffen, reisen sie um den Erdball: Papst Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill haben die Karibikinsel Kuba als Ort für die erste Begegnung nach fast 1000 Jahren Kirchenspaltung. Der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, sagte am Freitag, Kyrill I. habe ein Treffen in Europa immer für „unangebracht“ gehalten.
Mit Europa sei nämlich die belastete Geschichte von Trennungen und Konflikten verbunden, sagte Hilarion. Weil die Lateinamerika-Reisen von Kyrill und Franziskus zusammenfallen, habe sich die Gelegenheit eines Treffens in der Neuen Welt geboten. „Wir hoffen, dass es eine neue Seite in den Beziehungen zwischen den beiden Kirchen öffnet“, so der Außenamtsleiter. Kuba fast ausschließlich von Katholiken bewohnt, aufgrund seiner kommunistischen Führung aber traditionell eng mit Moskau verbunden.
Hilarion begründete das überraschende Treffen auf Kuba vor allem mit der weltpolitischen Lage. Im Nahen Osten, Nord- und Zentralafrika und anderen Regionen würden Extremisten nämlich derzeit einen „wirklichen Völkermord“ an Christen verüben. Dies erfordere dringende Maßnahmen und eine engere Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen, sagte Hilarion vor Journalisten. Angesichts der gegenwärtigen tragischen Situation müsse man „interne Meinungsverschiedenheiten“ zurückstellen und seine Anstrengungen vereinen, um die unter schweren Verfolgungen leidende Christenheit zu retten.
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