Fünf Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt in Mali

Bamako (APA/AFP) - Bei einem Angriff mutmaßlicher Jihadisten auf einen UN-Stützpunkt im Norden von Mali sind vier Angreifer und ein malische...

Bamako (APA/AFP) - Bei einem Angriff mutmaßlicher Jihadisten auf einen UN-Stützpunkt im Norden von Mali sind vier Angreifer und ein malischer Soldat getötet worden. Ein Blauhelmsoldat aus Nigeria und vier weitere malische Soldaten wurden nach Armeeangaben bei dem Angriff am Freitag verletzt.

Sechs oder sieben Angreifer hatten demnach am Freitagmorgen das UN-Lager am Rande von Timbuktu attackiert. Dabei habe zunächst ein Auto die Absperrungen des malischen Militärs durchbrochen, sei vor das UN-Camp gefahren und dort mitsamt den Insassen explodiert.

Danach sei ein zweites Fahrzeug gekommen, um den eigentlichen Angriff zu starten. Die Insassen seien vor den Stützpunkt gefahren und hätten ihn mit Granaten beschossen. Das anschließende Feuergefecht habe mehrere Stunden gedauert. „Das war ein doppelter Anschlag, sehr genau geplant“, sagte ein malischer Offizier.

Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich auf dem Stützpunkt nach Angaben eines UN-Vertreters nur wenige nigerianische UN-Soldaten, da der Großteil der dort stationierten Soldaten kürzlich verlegt worden war.

Tuareg-Rebellen und verbündete islamistische Milizen hatten im Frühjahr 2012 den Norden Malis in ihre Gewalt gebracht. Im Jänner 2013 wurden sie durch eine französische Militärintervention aus den Städten vertrieben, doch sind ihre Kämpfer weiter in der Wüste präsent und verüben regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden sowie die UN-Truppen, die zur Stabilisierung des Landes in Mali stationiert sind.

Erst in dieser Woche wurden 40 Soldaten der deutschen Bundeswehr im Norden des Landes stationiert. Der Deutsche Bundestag hatte Ende Jänner eine deutliche Ausweitung des deutschen Engagements beschlossen, die Obergrenze wurde von 150 auf 650 angehoben. Dies soll auch Frankreich entlasten, das sich seit den Pariser Anschlägen vom November 2015 verstärkt in Syrien am Kampf gegen die IS-Jihadisten beteiligt. Zudem beteiligen sich an dem europäischen Ausbildungs- und Trainingseinsatz EU Mali derzeit weitere 196 Bundeswehrsoldaten.

Auch Österreich leistet einen Beitrag und wird Frankreich für Mali Lufttransporte durch eine Hercules-Maschine bereitstellen. Es sollen auch 15 Soldaten an der UNO-Mission MINUSMA in Nord-Mali teilnehmen, das Kontingent der EU-Trainingsmission in Mail wird auf bis zu 20 österreichische Soldaten erhöht.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA484 2016-02-05/17:02