Pegida-Kundgebung in Polen wegen Drohungen von Nationalisten abgesagt
Breslau (Wroclaw) (APA/dpa) - Im polnischen Wroclaw (Breslau) wird es am Samstag doch keine antiislamische Kundgebung geben. Die Organisator...
Breslau (Wroclaw) (APA/dpa) - Im polnischen Wroclaw (Breslau) wird es am Samstag doch keine antiislamische Kundgebung geben. Die Organisatoren von „Pegida Polska“ sagten die Veranstaltung mit geschätzten 300 Teilnehmern am Freitag kurzfristig ab. Über soziale Medien erklärten sie, von nationalistischen Fußballfans telefonisch bedroht worden zu sein.
Die Nationalisten hätten den Pegida-Organisatoren vorgeworfen, die Stadt „insgeheim germanisieren“ zu wollen und dem polnischen Staat zu schaden. Die polnischen Pegida-Ableger sollten die Organisation der Demonstration entweder der „Patriotischen Bewegung“ übergeben oder sich damit abfinden, dass die Veranstaltung nicht stattfinde.
Eine Gegendemonstration unter dem Motto „Breslau gegen den Hass“ wird es trotz der Pegida-Absage geben. In Warschau ist am Samstag eine andere antiislamische Kundgebung geplant. Zu ihr hatte nicht Pegida, sondern die Nationalistische Bewegung aufgerufen.
Die islam- und fremdenfeindliche Bewegung hat für den morgigen Samstag zu einem ersten internationalen Aktionstag aufgerufen, an dem es Kundgebungen in mehreren europäischen Ländern geben soll. Geplant sind Demonstrationen in Amsterdam, Birmingham, Bratislava, Prag, Tallinn und Warschau. Die österreichische Pegida-Demo wird in Graz stattfinden.
Krawalle werden vor allem bei der Kundgebung in Dresden befürchtet, wo die Pegida-Bewegung im Herbst 2014 entstanden war. Die sächsische Hauptstadt plant nämlich zahlreiche Demonstrationen, Mahnwachen und Friedensgebete, um den „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ Paroli zu bieten. Es werden Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten befürchtet.
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