Flüchtlinge - Ungarn will Mazedonien als „Verteidigungslinie“

Amsterdam (APA) - Auch der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hat mehr EU-Unterstützung für Mazedonien zur Eindämmung der Flüchtlingsb...

Amsterdam (APA) - Auch der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hat mehr EU-Unterstützung für Mazedonien zur Eindämmung der Flüchtlingsbewegungen nach Europa gefordert. „Wenn Griechenland nicht bereit und in der Lage ist und keine Hilfe von der Europäischen Union annimmt, brauchen wir eine andere Verteidigungslinie, was offensichtlich Mazedonien und Bulgarien sind“, sagte er am Samstag in Amsterdam.

Szijjarto begrüßte, dass die EU-Außenminister in Amsterdam ihrem mazedonischen Kollegen Nikola Poposki über die Flüchtlingskrise reden. „Wir denken, dass die EU derzeit ohne Verteidigung des Südens dasteht.“ Tausende „irreguläre Migranten“ kämen so täglich in die EU. „Es ist offensichtlich, dass die südliche Schengengrenze nicht geschützt wird“, sagte Außenminister Szijjarto. „Es ist frustrierend, dass jeder über die Notwendigkeit eines Außengrenzschutzes redet, aber nichts passiert.“

Ungarn halte die Schengenregeln seit Monaten ein, indem es seine Grüne Grenze abgedichtet habe. „Ich hoffe wirklich, dass die Schengenzone überlebt“, sagte der ungarische Außenminister. Mazedonien müsse respektiert werden, das Land habe viel zum Schutz der EU und Schengens getan, obwohl darin es nicht Mitglied ist. Die EU müsse Mazedonien mit Infrastruktur und Personal helfen.

Der slowakische Staatssekretär Ivan Korcok sagte zu der von Österreich angekündigten Flüchtlings-Obergrenze, für die slowakischen Bürger sei die Reisefreiheit eine der wichtigsten Sachen in der EU. Er selbst sei zu dem Treffen in Amsterdam über den Flughafen Wien angereist. „Wir müssen unser Äußerstes geben, um die Außengrenzen zu schützen, um Ultima-Ratio-Lösungen zu verhindern, die viele Länder einführen.“ Die Slowakei sei konstruktiv.

Österreich ist bei dem informellen EU-Außenministerrat in Amsterdam durch Ressortchef Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten. Kurz hatte am Freitag eine stärkere Kooperation mit Mazedonien und Serbien zum Grenzschutz gefordert, um Flüchtlinge entlang der Balkanroute früher zu stoppen.