Flüchtlinge - Türkei will auch weiterhin Syrer aufnehmen

Amsterdam (APA/AFP) - Angesichts Zehntausender Vertriebener durch die Angriffe in der syrischen Provinz Aleppo hat die Türkei zugesichert, w...

Amsterdam (APA/AFP) - Angesichts Zehntausender Vertriebener durch die Angriffe in der syrischen Provinz Aleppo hat die Türkei zugesichert, weiter Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufzunehmen. Ankara werde seine „Politik der offenen Grenze“ beibehalten, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag in Amsterdam.

An der syrisch-türkischen Grenze warten Zehntausende Flüchtlinge, die bisher nicht in die Türkei einreisen konnten. Sie sind vor Angriffen syrischer Regierungstruppen, die von Russland aus der Luft unterstützt werden, geflohen.

„Wir werden diese Politik der offenen Grenze für diejenigen beibehalten, die vor der Aggression des (syrischen) Regimes und den Luftangriffen Russlands fliegen“, sagte Cavusoglu, der an einem Treffen der EU-Außenminister teilnahm. Die Türkei hat demnach bereits 5.000 neue Aleppo-Flüchtlinge einreisen lassen, weitere 50.000 bis 55.000 seien aber noch unterwegs. „Wir können sie dort nicht alleine lassen.“

Cavusoglu machte neben Russland auch den Iran für die jüngste Eskalation in Syrien mitverantwortlich. Russland unterstütze die syrischen Truppen bei den Angriffen auf Zivilisten mit Luftangriffen, von iranischer Seite kämpften Schiitenmilizen auf deren Seite. „Jemand muss Russland und den Iran stoppen, die offensichtlich das Regime unterstützen“, sagte der Minister. Er forderte einen Waffenstillstand und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

In Genf hatte UNO-Vermittler Staffan de Mistura Anfang der Woche versucht, eine neue Runde von Friedensgesprächen zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad in Gang zu bringen. Angesichts von Blockaden auf beiden Seiten wurden sie am Mittwoch jedoch bis zum 25. Februar ausgesetzt.