Kämpfe mit Taliban - Strom für Kabul kann nicht repariert werden
Kabul (APA/dpa) - Zehn Tage nach einem Taliban-Angriff auf Stromleitungen in der afghanischen Provinz Bachlan lagen am Sonntag weite Teile d...
Kabul (APA/dpa) - Zehn Tage nach einem Taliban-Angriff auf Stromleitungen in der afghanischen Provinz Bachlan lagen am Sonntag weite Teile der Hauptstadt Kabul noch im Dunklen. „Wir warten darauf, dass das Militär uns erlaubt, für die Reparatur in die Gegend vorzudringen“, erklärte der Stromversorger Breshna Sherkat am Samstag. Seit Tagen sind in Bachlan schwere Gefechte mit Taliban im Gange.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammad Radmanish, sagte, die Umgebung eines beschädigten Strommasts sei mittlerweile unter der Kontrolle der Regierung. Aber weil die Taliban dort immer noch aktiv seien, könne man den Technikern noch nicht erlauben, ihn zu reparieren.
Die Konsequenzen für die Kabuler Bevölkerung verschärfen sich unterdessen. Laut Breshna Sherkat haben Krankenhäuser, Botschaften, Verteidigungsministerium, Innenministerium und die Zentrale des Geheimdienstes NDS Priorität bei der Versorgung. Ein Arzt im staatlichen Krankenhaus in Stadtteil Wasir Akbar Khan sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag aber, dass das Krankenhaus höchsten drei bis vier Stunden Strom am Tag habe. Der tägliche Dieselverbrauch der Generatoren sei von 800 Litern auf 5000 Liter gestiegen. Die Kosten würden von der Regierung getragen.
In privaten Krankenhäusern ist das nicht der Fall. „Bald müssen wir die Behandlungskosten erhöhen“, sagte ein Sprecher der Ariana-Klinik. Auch Geschäftsleute beklagen Verluste. Chefs größerer Fabriken sagen, sie hätten geschlossen oder müssten Arbeiter nach Hause schicken.
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