Türkischer Vizepremier: Neue Syrien-Flüchtlinge nicht Tod ausliefern

Öncüpinar (APA/AFP) - Der türkische Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus hat eine Öffnung der Grenze für die tausenden wartenden Flüchtlinge ...

Öncüpinar (APA/AFP) - Der türkische Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus hat eine Öffnung der Grenze für die tausenden wartenden Flüchtlinge aus Syrien in Aussicht gestellt. Die Türkei sei zwar am Limit ihrer Aufnahmekapazität, sagte er am Sonntag dem Sender CNN-Türk. Doch letztendlich könnten die Flüchtlinge nirgends hingehen. Wenn Ankara die Grenzen nicht öffne, seien sie Bombenangriffen und dem Tod ausgeliefert.

„Wir sind nicht in der Position, ihnen zu sagen, dass sie nicht kommen sollen. Wenn wir das täten, würden wir sie dem Tod überlassen“, sagte der stellvertretende Regierungschef. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor erklärt, sein Land wolle die an der Grenze festsitzenden syrischen Flüchtlinge aus der umkämpften Provinz Aleppo „wenn nötig“ aufnehmen.

In den vergangenen Tagen flohen Zehntausende Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, vor den von der russischen Luftwaffe unterstützten Angriffen der Regierungstruppen auf die Großstadt Aleppo in Nordsyrien.

Der türkische Grenzübergang Öncüpinar gegenüber vom syrischen Grenzort Bab al-Salam war am Sonntagnachmittag jedoch weiter geschlossen. Die Flüchtlinge harrten dort bei Kälte und Regen aus. Einige türkische Lastwagen brachten dringend benötigte Nahrungsmittel über die Grenze nach Syrien.