Zürcher Börse schließt deutlich tiefer

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat einen verlustreichen Wochenstart hingelegt. Der Leitindex SMI kam am Vormittag schnell ...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat einen verlustreichen Wochenstart hingelegt. Der Leitindex SMI kam am Vormittag schnell unter Druck und markierte am Nachmittag ein neues Mehrjahrestief. Im Handelsverlauf verlor der SMI per Saldo mehr als 200 Punkte und sackte zeitweise bis auf 7.737 Zähler ab.

Auf diesem Niveau lag der Index zuletzt im Dezember 2013. Der Abstand zum Vorjahreshoch beträgt nun bereits rund 19 Prozent. Die starken Abgaben schlagen sich auch im Volatilitätsindex VSMI nieder, der um gut 12 Prozent auf über 28 Punkte stieg.

Der aktuelle Abwärtsstrudel, der schon die ganze Vorwoche dominiert hatte, macht jeden Stabilisierungsversuch zunichte. Grund für den erneuten Abschwung waren wieder sinkende Ölnotierungen, bei einem gleichzeitig anziehenden Dollar. Am Nachmittag belastete eine schwache Wall Street zusätzlich. Die Sorgen der Marktteilnehmer drehten sich weiterhin vor allem um Weltkonjunktur, die Lage in China und die weitere Entwicklung der Wechselkurse, erklärten Marktteilnehmer. Immer mehr stehe aber auch die Frage im Raum, ob auch die USA ins Stottern geraten.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor schließlich 2,52 Prozent auf 7759,21 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, schloss 3,04 Prozent tiefer auf 1.160,06 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) mit minus 2,61 Prozent auf 8.051,04 Zählern. Alle SMI/SLI-Titel schlossen im Minus.

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Bei LafargeHolcim kam es zu einem massiven Einbruch von 8,0 Prozent. Der Zementkonzern gab bekannt, dass Verwaltungsratschef Wolfgang Reitzle bei der Generalsversammlung im Mai nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht. Er soll beim deutschen Gase-Unternehmen Linde den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen.

Im aktuellen Umfeld brachen Transocean mit 9,9 Prozent am deutlichsten ein. Das Ölbohrservice-Unternehmen hatte am Morgen eine weitere vorzeitige Kündigung eines Mietvertrags für eine Bohrplattform bekanntgegeben. Weiter gehörten Galenica (-6,2 Prozent), Aryzta, (-4,8 Prozent), Adecco (-4,9 Prozent) und Actelion (-4,4 Prozent) zu den schwächsten Werten. Actelion wird am Dienstag das Jahresergebnis vorlegen.

Nach dem massiven Einbruch in der Vorwoche fielen Credit Suisse auch am Montag um weitere 5 Prozent zurück und auch UBS (-4,3 Prozent) waren erneut schwach. CS-Chef Tidjane Thiam bat in verschiedenen Interviews in der Wochenendpresse um Geduld, die es brauchen werde, bis die Trendwende geschafft sei. Überdies habe er dem Verwaltungsrat eine markante Kürzung seines Bonus beantragt. Mittlerweile haben mit Vontobel und der Royal Bank of Canada weitere Institute ihre Kursziele für die Aktie nach unten angepasst. RBC sieht CS auf dem aktuellen Niveau aber immerhin als künftigen „Outperformer“, entsprechend lautet das Rating.

Syngenta (-0,1 Prozent, 398,10 Franken) konnten sich noch vergleichsweise gut halten und drehten erst im späten Handel ins Minus. Das relativ gute Abschneiden erklärten Händler damit, dass die Titel angesichts Übernahmeangebots von Chemchina für 480 Franken pro Aktie als „sicherer Hafen“ genutzt werde. Am Wochenende gab es Spekulationen in der Presse, dass der US-Konzern Monsanto hinter den Kulissen bei US-Behörden gegen die Übernahme von Syngenta durch Chemchina lobbyiert.

Vergleichsweise gering waren die Abschläge noch beim Schwergewichte Nestlé (-0,7 Prozent), die besser als der Gesamtmarkt abschnitten. Roche (-2,8 Prozent) und Novartis (-2,9 Prozent) konnten sich nicht positiv abheben.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA471 2016-02-08/18:21


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