Ungeliebte Ehefrau 2 - Gutachter: Opfer „psychiatrisch gesund“

Wien (APA) - Laut dem Gutachten des gerichtspsychiatrischen Sachverständigen Karl Dantendorfer sei das Opfer „psychiatrisch gesund“. Es sei ...

Wien (APA) - Laut dem Gutachten des gerichtspsychiatrischen Sachverständigen Karl Dantendorfer sei das Opfer „psychiatrisch gesund“. Es sei der jungen Frau zwar bei der etwa zweistündigen Begutachtung psychisch nicht gut gegangen - sie war „weinerlich und verzagt“ -, aber eine Erkrankung habe nicht vorgelegen, wie Dantendorfer vor Gericht ausführte.

Die Familie hat nämlich behauptet, dass die Schwiegertochter die Anschuldigungen aufgrund einer psychischen Erkrankung erfunden habe. Dantendorfer wurde dazu auch ein übersetzter Befund eines Psychiaters aus der Türkei übermittelt, der aus dem April 2014 stammt. Dort sei von Klagewehen, Vergesslichkeit, Willenlosigkeit, Angstgefühlen, Schüchternheit und einem „Schlafverfall bei einfachem Sitzenbleiben“ die Rede, wie Dantendorfer zitierte.

Eine Diagnose wurde in dem Schriftstück - der österreichische Gutachter geht von einem Ambulanzdeckblatt aus einem Istanbuler Krankenhaus aus - nicht gestellt. „Aus diesem Befund schließe ich keinen Grund für eine psychische Erkrankung“. Es seien damals auch keine Medikamente verordnet worden.

Der Fall wird das Gericht noch länger beschäftigten. Die angeklagte Mutter wollte mit einem medizinischem Attest widerlegen, der Schwiegertochter mit einem Wischmopp Gewalt angetan zu haben. Zum inkriminierten Tatzeitpunkt litt sie an einer Schulterprellung und wäre zu solchen Gewalttätigkeiten nicht fähig gewesen. Nach mehreren Zeugenaussagen am Nachmittag wurde am Dienstag der Prozess vertagt. Richter Norbert Gerstberger kündigte an, noch „mindestens zwei Verhandlungstage“ zu benötigen.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren