Börse Frankfurt im Frühhandel im tiefroten Bereich

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Nach der Erholung am deutschen Aktienmarkt folgt der tiefe Fall: Der DAX ist am Donnerstagmorgen wieder we...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Nach der Erholung am deutschen Aktienmarkt folgt der tiefe Fall: Der DAX ist am Donnerstagmorgen wieder weit unter die Marke von 9.000 Punkten gerutscht. Der deutsche Leitindex stand zuletzt 2,96 Prozent tiefer bei 8.750,46 Punkten. Damit wurden die Gewinne vom Vortag komplett ausradiert.

Am Abend zuvor war bereits die Erholung am US-Markt im Sande verlaufen, denn eine Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hatte die Märkte nicht nachhaltig beruhigen können. Die Vorgaben der Wall Street machten nun auch den Märkten in Europa zu schaffen, wo die Sorgen um die Weltkonjunktur seit Wochen in eine scheinbar nicht enden wollende Talfahrt der Kurse münden.

Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen rutschte am Donnerstag im frühen Handel erneut unter 18.000 Punkte und stand zuletzt 2,51 Prozent tiefer bei 17.652,32 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDAX verlor 2,20 Prozent auf 1.495,83 Punkte. Auch im restlichen Europa gingen die Kurse wieder auf Talfahrt: Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gab um 3,16 Prozent auf 2.700,78 Punkte nach.

Fed-Chefin Yellen hatte zwar am Vortag betont, dass die Risiken für den US-Aufschwung unter anderem wegen der unsicheren weltwirtschaftlichen Aussichten zugenommen hätten, insgesamt war sie jedoch optimistisch geblieben. An diesem Donnerstag spricht sie vor dem Bankenausschuss des Senats. Beobachter erwarten nicht mehr viel Neues.

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Es habe sich bestätigt, dass auch die Fed nicht wisse, welche Maßnahmen sie ergreifen solle, kritisierten die Experten der US-Investmentbank Jefferies. „Und wenn der Markt eines mehr hasst als alles andere, dann ist es fortgesetzte Unsicherheit.“ An den Märkten wurden die Aussagen der Fed-Chefin zumindest aber dahingehend interpretiert, dass eine Leitzinserhöhung im März wohl eher unwahrscheinlich ist.

Am Frankfurter Aktienmarkt rückten die arg gebeutelten Banken in den Fokus. Nach der Erholung am Vortag riss der allgemeine Abwärtsog die Branche wieder mit sich. Die Aktie der Deutsche Bank verlor am DAX-Ende mehr als 5 Prozent. Am Vortag hatten die Papiere dank der Aussicht auf einen Anleihenrückkauf des deutschen Branchenprimus noch mehr als 10 Prozent zugelegt.

Die Bankenbranche allgemein steht derzeit besonders unter Beschuss, da wegen der Wirtschaftsschwäche eine Welle an Kreditausfällen befürchtet wird. Auch die Papiere der Commerzbank rutschten zuletzt um mehr als 5 Prozent ab.

Überdies beschäftigten zahlreiche Bilanzen die Anleger. Adidas-Aktien kletterten nach überraschend vorgelegten Geschäftszahlen mit mehr als 2 Prozent an die DAX-Spitze. Der Sportartikelhersteller hatte nach einer guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr die Umsatzprognose für 2016 erhöht.

Metro-Aktien präsentierten sich nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen moderat im Minus. Dem Handelskonzern macht die Russland-Krise weiter zu schaffen. Ein Händler sagte, die Kennziffern dürften wenig Impulse bringen.

Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer enttäuschte mit seinen Jahreszahlen und dem Ausblick, was die Aktie mit einem Kursverlust von knapp 5 Prozent an das MDAX-Ende warf. Die Papiere der Index-Kollegen Bilfinger und Kion verloren nach Jahreszahlen jeweils mehr als 1 Prozent.

Zudem erwischte es erneut die Technologiewerte kräftig: Die Aktien von GFT, Nemetschek und Nordex landeten einmal mehr als größte Verlierer mit einem Minus von jeweils rund 5 Prozent am TecDAX-Ende.

Im SDAX stachen die Papiere von Tele Columbus heraus: Sie schossen wegen Übernahmefantasien um knapp 5 Prozent in die Höhe. Der Internetdienstleister United Internet hat Anteile zugekauft und ist eigenen Angaben zufolge nun mit einem mittelbaren Anteil von 25,11 Prozent zum größten Aktionär des Kabelnetzanbieters aufgestiegen. Einer Übernahme erteilte das TecDAX-Unternehmen am Mittwochabend aber eine Absage.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA147 2016-02-11/10:17


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