Tiroler Schafbauer klagte nach Stallentzug

Von Reinhard Fellner...

Ein Schafbauer war mit 25 Zuchttieren vor den gepachteten Stall gesetzt worden. Der Rauswurf war aber rechtens.Foto: Angela Dähling
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Von Reinhard Fellner

Innsbruck, Silz –Am falschen Ende hat ein Oberländer Schafbauer gespart, als er einen auf fünf Jahre gepachteten Stall zwar kräftig ausbaute, aber dabei vergaß, den Jahrespachtzins von 500 Euro abzuliefern. Nach zwei Jahren reichte es dem Verpächter. Er tauschte das Schloss, setzte den Bauern samt 25 Schafen vor die Türe und verkaufte das Grundstück.

Der Pächter fand im Herbst darauf keinen Stall mehr und musste Zuchtschafe für 10.000 Euro durch Notverkauf um spärliche 1500 Euro an einen Händler abgeben.

Mit der Klage gegen das Vorgehen des genervten Verpächters verhielt es sich ähnlich wie beim Pachtzins. Sie trudelte zwar beim Silzer Bezirksgericht ein, aber knapp eineinhalb Jahre nach dem Rauswurf. Darin forderte der einstige Schafzüchter 7000 Euro Schadenersatz. Schließlich habe er das Gemäuer zu einem schönen und elektrifizierten Schafstall ausgebaut. Dazu habe er durch den Notverkauf einen Schaden von mindestens 8000 Euro erlitten. Der Beklagte wandte sich kopfschüttelnd an den Imster Rechtsanwalt Martin Leys. Schließlich sei nie Pacht bezahlt worden. Dafür habe er aber auch noch den Strom begleichen müssen. Leys vor Gericht: „Der Kläger hat nie Pacht bezahlt, dazu gab es keinen Vertrag. Dazu war eine Investitionsablöse von vornherein ausgeschlossen – zumal die Adaptierungsarbeiten ohne Wert gewesen sind. Alle Ansprüche sind völlig ungerechtfertigt!“

Das Gericht folgte Leys. Denn erstens hätte der Kläger seine „Aufwendungsansprüche“ bis zu einem halben Jahr nach dem Rauswurf geltend machen müssen. So habe er aber das Aussperren als faktischen Zustand hingenommen. Auch habe „der Akt dieser unzulässigen Selbsthilfe Erklärungswillen gehabt. Der mit dem Zins Rückständige konnte dies nicht anders verstehen, als dass dadurch die Pacht beendet werden sollte.“ Damit fehle es auch an einem rechtswidrigen Verhalten des Verpächters, das Schadenersatz für den Notverkauf begründen könnte.

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