Griechische Wirtschaft schrumpfte weniger als befürchtet

Brüssel (APA/Reuters) - Die griechische Wirtschaft hat sich im Kampf gegen die Schuldenkrise zum Ende des vergangenen Jahres besser geschlag...

Brüssel (APA/Reuters) - Die griechische Wirtschaft hat sich im Kampf gegen die Schuldenkrise zum Ende des vergangenen Jahres besser geschlagen als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal zwar um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang von 0,9 Prozent gerechnet.

Damit bleibt der hoch verschuldete Staat aber nach den bisher vorliegenden Daten Schlusslicht in der Eurozone. Auch für 2016 sieht es trübe aus. Die EU-Kommission sagt den Griechen ein schwieriges Jahr voraus: Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 0,7 Prozent schrumpfen, ehe es 2017 mit 2,7 Prozent spürbar steigen soll. Die Arbeitslosigkeit war zuletzt mit 24,6 Prozent immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Eurozone.

Griechenland hängt weiterhin am Finanztropf seiner Euro-Partner, die Milliardenhilfen zur Verfügung stellen. Die EU-Kommission hält den Abschluss der ersten Überprüfung des dritten Hilfspakets bis Ende März für möglich. Offene Punkte sind neben weiteren Haushaltseinschnitten vor allem eine Pensionsreform und Privatisierungen.

Das zweite Sorgenkind Portugal ist zum Jahresende 2015 überraschend schwach gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich von Oktober bis Dezember lediglich um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt des Landes am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. Angeschoben wurde die Konjunktur von mehr Exporten, während der Konsum schwächelte und auch Investitionen stockten.

An den Finanzmärkten war zuletzt die Sorge aufgekommen, Portugal könnte unter der neuen Links-Regierung den eingeschlagenen Reformkurs verlassen. Die Renditen portugiesischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit waren diese Woche auf den höchsten Stand seit Oktober 2014 gestiegen, was die Schuldenaufnahme verteuert. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici mahnte am Donnerstag, die Regierung in Lissabon müsse Reformen rasch umzusetzen, um die wirtschaftliche Produktivität zu verbessern. Das sei der einzige Weg, um Investoren zu beruhigen.

Im Gesamtjahr 2015 legte das BIP um 1,5 Prozent zu. 2014 gab es nach jahrelanger Rezession ein Wachstum von 0,9 Prozent.


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