66. Berlinale - Kirsten Dunst mit Mystery-Märchen im Wettbewerb

Berlin (APA) - US-Regisseur Jeff Nichols hat am Freitagnachmittag seine Bewunderung für Steven Spielberg und dessen familienfreundliches Sci...

Berlin (APA) - US-Regisseur Jeff Nichols hat am Freitagnachmittag seine Bewunderung für Steven Spielberg und dessen familienfreundliches Science-Fiction-Kino à la „E.T.“ zum Ausdruck gebracht. Spielberg habe das Mysteriöse betont, bis am Ende „das große Oh“ folgte, erzählte Nichols bei der Pressekonferenz zu seinem Film „Midnight Special“, der am Abend im Wettbewerb der 66. Berlinale Premiere feiert.

Den Film selbst habe er mit dem Genre im Hinterkopf geschrieben, so Nichols, doch am stärksten sei der Film von der Geburt seines eigenen Sohnes beeinflusst. In „Midnight Special“ entführen ein Vater und dessen Jugendfreund (Michael Shannon und Joel Edgerton) den eigenen Sohn von einer sektenartig aufgebauten Ranch und haben bald nicht nur deren Schergen, sondern auch FBI und NSA am Hals. Kirsten Dunst taucht nach rund 30 Minuten des Mystery-Märchens als Mutter des Kindes auf, das über scheinbar übernatürliche Fähigkeiten verfügt.

Von seinen Stars erhielt Nichols in Berlin großes Lob. „Jedes kleine Detail wird von ihm mit größter Sorgfalt durchdacht“, sagte Dunst bei der Pressekonferenz. „Er ist einer jener Regisseure, die eine klare Vision haben und die einzelnen Teile des Films elegant zusammensetzen“, streute auch Edgerton Rosen. Shannon wiederum freute sich über den Umstand, dass nicht nur für das Publikum die Details lange uneindeutig bleiben, sondern auch für die Charaktere im Film.

Für Nichols war „Midnight Special“ der „Endpunkt eines erzählerischen Experiments“. Er habe versucht, so viele verbale Erklärungen wie möglich zu eliminieren, erzählte der Regisseur. Die Handlung des Films solle durch die Aktionen der Hauptfiguren, nicht durch deren Dialoge definiert werden. Tatsächlich bleibt in „Midnight Special“ lange unklar, worauf die Geschichte hinausläuft - erst mit den ersten Auflösungen und Hinweisen verliert das anfangs sehr dichte Genre-Stück an Fahrt, um schließlich eher Fragen nach Glauben und Familie aufzuwerfen.

(S E R V I C E - „Midnight Special“ von Jeff Nichols, Premiere am Freitag um 19 Uhr im Berlinale Palast - Infos unter www.berlinale.de)


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