Lawrow bezweifelt Erfolg von Waffenruhe in Syrien

München (APA/Reuters) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Zweifel am Erfolg der Bestrebungen für eine Waffenruhe in Syrien angem...

München (APA/Reuters) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Zweifel am Erfolg der Bestrebungen für eine Waffenruhe in Syrien angemeldet. „Offensichtlich geht es hauptsächlich darum, die Luftangriffe der russischen Kräfte zu beenden“, sagte Lawrow am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Russland bombardiere aber die Extremistenmiliz IS und damit das gleiche Ziel wie die USA. Der Einsatz der USA gegen den IS solle schließlich auch weitergehen. „Ich bin jetzt nicht mehr so ganz sicher, ob dieses Treffen hier in München wirklich so erfolgreich war - insbesondere, was dieses Dokument zur Waffenruhe angeht“, erklärte Lawrow.

Die USA und Russland hatten in der Nacht auf Freitag vereinbart, sich für eine Feuerpause binnen einer Woche in dem Bürgerkriegsland einzusetzen. Angriffe auf den IS und die mit der Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front bleiben danach zulässig. Der Westen wirft der Regierung in Moskau allerdings seit Monaten vor, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den IS vor allem die moderate Opposition in Syrien auszuschalten, um die Führung in Damaskus zu stabilisieren und dem Westen nur noch die Wahl zwischen Präsident Bashar al-Assad und dem IS zu lassen.

Die Großstadt Aleppo steht nach massivem russischem Beschuss inzwischen kurz vor dem Fall an die Regierungstruppen. Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte flogen russische Kampfbomber auch am Samstag Angriffe auf Rebellen-Orte rund um Aleppo.


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