Doping

Tirols erster Sportbetrug-Prozess: 2000 Euro Buße für Harald Wurm

Der Tiroler Langläufer Harald Wurm.
© GEPA pictures/ Daniel Götzhaber

Ex-Langläufer Harald Wurm räumte vor Gericht ein, ein Magnesiummittel eingenommen zu haben, das Cobalt enthielt. Zahlt der Tiroler die Geldstrafe in den nächsten zwei Wochen, wird das Verfahren gegen ihn endgültig eingestellt.

Innsbruck – Der Tiroler Ex-Langläufer Harald Wurm musste sich am Freitag am Innsbrucker Landesgericht wegen mutmaßlichen Sportbetrugs verantworten. Der 31-jährige Olympia- und WM-Teilnehmer hat die Vorwürfe bis zuletzt relativiert. Vor Richter Günther Böhler kündigte Wurm jedoch an, für den vorgeworfenen Sachverhalt Verantwortung übernehmen zu wollen.

Sehr wohl habe er ein Magnesiummittel, das den ihm als Einzelbestandteil unbekanntem Stoff Cobalt enthielt, eingenommen. Auf Nachfrage vom Richter zeigte sich Wurm verständig, dass ihn seine Sponsoren – Darbo und die Sportanlagen GmbH Seefeld (über den ÖSV) – wohl nicht finanziell unterstützt hätten, wäre bekannt gewesen, dass seine Leistungen sich auch aufgrund von Dopingmaßnahmen gründen.

Aufgrund der geständigen Verantwortungsübernahme für sein Tun gestattete das Gericht eine diversionelle Maßnahme anstatt einer Vorstrafe für den ersten in Tirol angeklagten Sportbetrug. Nach Rücksprache mit Staatsanwalt Dieter Albert setzte Richter Böhler eine Geldbuße von 2.000 Euro für Wurm fest. Zahlt der nunmehrige Privatmann die Buße binnen 14 Tagen ein, wird sein Verfahren entgültig eingestellt.

Weiteres Verfahren bereits vor Prozess eingestellt

Ein anderes Ermittlungsverfahren gegen ihn war bereits zuvor eingestellt worden: Wurm war dabei vorgeworfen worden, verbotene Doping-Mittel in den Verkehr gesetzt bzw. Doping-Methoden bei anderen angewendet zu haben.

„Das Ermittlungsverfahren hat keine ausreichenden Beweise ergeben. Daher wurde das Verfahren eingestellt“, sagte der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr. Die Tiroler Tageszeitung hatte zuvor ein Interview mit Wurm veröffentlicht, in dem dieser selbst auf die Einstellung des Verfahrens verwies.

Der Straftatbestand wäre laut Mayr unter anderem dann erfüllt, wenn jemand „verbotene Wirkstoffe in Verkehr setzt oder bei anderen anwendet“. „Es hieß, ich sei Händler, Dealer, alles, dass ich alles lagern würde bei mir zuhause; dass ich derjenige sei, der Blutdoping in Österreich organisiere. Die haben behauptet, dass bei mir im Keller in Kühlschränken Blutkonserven von mehreren Sportlern lagern würden und Wachstumshormone, Gerätschaften zur Blutabnahme – deswegen hatte ich die Hausdurchsuchung. Es gibt keine Beweise, jetzt wurde das eingestellt“, sagte Wurm im Interview.

Der Doping-Verdacht gegen den Tiroler bestand wegen einer Hausdurchsuchung im August 2015, bei der belastendes Material gefunden worden sein soll. So soll Wurm laut Staatsanwaltschaft Blutdoping und die verbotene Substanz Cobalt angewandt haben. Dadurch hätte der Spitzensportler Sponsoren zu Unrecht zur Zahlung von 26.700 Euro in den Saisonen 2013/14 und 2014/15 verleitet. (fell, TT.com)

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561