25-Jähriger gewinnt: Fügen hat jüngsten Bürgermeister Tirols
Die Stichwahlen in den Zillertaler Gemeinden hielten so einige Überraschungen bereit. Mit knapp über 63 Prozent stimmten die Fügener für den 25-jährigen Dominik Mainusch. Er ist damit tirolweit der jüngste Bürgermeister.
Von Eva-Maria Fankhauser
Fügen – Die Fügener sind reif für eine Veränderung: Nach zwölf Jahren am Bürgermeistersessel muss Walter Höllwarth diesen nun für Dominik Mainusch räumen. Der 25-Jährige erhielt insgesamt 558 Stimmen mehr als sein Kontrahent und ist somit der jüngste Bürgermeister in ganz Tirol.
Vor dem Fügener Wahllokal in der NMS war gestern so einiges los. Bei den Wählern herrschte ein Kommen und Gehen. Rund 67 Prozent ließen sich die spannende Stichwahl nicht entgehen, bei der Wahl zwei Wochen zuvor war die Wahlbeteiligung sogar etwas geringer und lag bei 66,21 Prozent. „Mir war es sehr wichtig, heute zu wählen, denn es gehört eine Veränderung her“, erklärt ein Fügener. Diese Meinung teilt auch eine ältere Wählerin: „Es ist sehr wichtig zu wählen, sonst ändert sich nie etwas.“ Aber auch viele junge Fügener ließen sich den Urnengang nicht nehmen. „Es ist immer wichtig, seine Meinung zu sagen“, sind sich mehrere junge Fügener einig.
Aber nicht nur zahlreiche Wähler stachen vor dem Wahllokal ins Auge, sondern auch zwei Graffiti, die sich gegen Höllwarth richteten. Mit den Worten „Brot kann schimmeln. Höllwarth kann nix“ beschmierten bisher Unbekannte den Aufgang zur NMS. Ebenso wurden zahlreiche Wahlplakate von Höllwarth besprüht. Davon wollte sich der BM-Kandidat während der Wahl aber nicht aus dem Konzept bringen lassen. „Wir haben den Vandalen-Akt zur Anzeige gebracht. Wer das war, weiß ich aber nicht, ich bin schließlich kein Wahrsager“, so Höllwarth.
Für den ehemaligen Bürgermeister ist die Zeit der Politik in Fügen vorüber. „Diese Niederlage ist natürlich eine Enttäuschung“, betont Höllwarth und fügt hinzu: „Ich habn im Gemeinderat nichts mehr verloren.“ Überraschenderweise ist das nicht sein einziger Rückzug. Denn auch in Sachen Geschäftsführung der Spieljochbahn stellt Höllwarth den Aktionären in einer Sitzung am Freitag die Vertrauensfrage. „Ich frage die Aktionäre, ob sie mit meiner Leitung zufrieden sind oder ob sie einen professionellen Geschäftsführer wollen.“ Diesen Schritt finde Mainusch gut, aber er habe kein Problem damit, wenn Höllwarth weiterhin Geschäftsführer bliebe.
Dominik Mainusch strahlt als neuer Fügener Bürgermeister über das ganze Gesicht. Mit 63,04 Prozent Wählerstimmen zeichnet sich für ihn ein klarer Sieg ab. Zudem erhielt seine Liste „Zukunft Fügen“ auf Anhieb vier von 15 Mandaten. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und auch auf die nächsten sechs Jahre“, berichtet der frischgebackene Bürgermeister. Als erste Amtshandlung wolle Mainusch einen Kassasturz machen und sich das Budget der Gemeinde genau ansehen, um dann in weiterer Folge direkt seine Wahlversprechen und Projekte angehen zu können. Dass er der jüngste Tiroler Bürgermeister ist, lässt ihn kalt. „Man sollte mich an meiner Leistung messen, nicht am Alter“, betont Mainusch.