Roma-Vertreter - Tiefe Betroffenheit bei burgenländischen Politikern

Eisenstadt (APA) - Burgenländische Landespolitiker zeigten sich am Montag über das Ableben von Rudolf Sarközi betroffen. „Dass Roma und Sint...

Eisenstadt (APA) - Burgenländische Landespolitiker zeigten sich am Montag über das Ableben von Rudolf Sarközi betroffen. „Dass Roma und Sinti heute die rechtliche Gleichstellung wie die anderen Volksgruppen haben, wäre ohne den Einsatz von Prof. Rudolf Sarközi nicht möglich gewesen“, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) in einer Aussendung.

Sarközi habe sich immer dafür eingesetzt, „dass Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben dürfen. Er war die treibende Kraft für die Anerkennung als Volksgruppe am 16. Dezember 1993“, so Niessl.

Landtagspräsident Christian Illedits (SPÖ) würdigte Sarközi als „Vorkämpfer der Gleichberechtigung von Minderheiten“. „Er war die glaubwürdige Stimme gegen Intoleranz und Rassismus,“ so Illedits. Als Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma und Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma habe er wegweisende Impulse im Bereich des Miteinander und Füreinander gesetzt. Getreu seinem Leitsatz „Es gibt keine Rassen, es gibt nur Menschen anderer Hautfarbe und anderer Nationalität“, habe er die Werte der Sozialdemokratie verkörpert wie kaum ein anderer.

„Ein Identitätsstifter ist von uns gegangen“, erklärte ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner. „Prof. Rudolf Sarközi hat erreicht, dass die Volksgruppen der Roma und Sinti Gleichberechtigung erhalten. Sein Name wird immer verbunden bleiben mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Toleranz“, so Steiner.

„Mit Rudolf Sarközi verliert Österreich eine Persönlichkeit, welche nicht nur das Verhältnis der Roma und Sinti zur Mehrheitsbevölkerung sehr positiv geprägt, sondern darüber hinaus ein neues Verständnis für Volksgruppenpolitik eingeleitet hat“, erklärte ÖVP-Volksgruppensprecher Nikolaus Berlakovich zum Ableben von Sarközi. „Sein Tod hinterlässt eine große Lücke“, sagte der Obmann des Europaforum Burgenland, der Zweite Landtagspräsident Rudolf Strommer (ÖVP). „Prof. Rudolf Sarközi war ein unermüdlicher Kämpfer für die Rechte der Roma und Sinti und das Gesicht einer ganzen Volksgruppe“, so Strommer.