Vatileaks 2-Prozess - Gespanntes Klima bei Gerichtsverhandlung
Vatikanstadt (APA) - Beim sogenannten Vatileaks-2-Prozess ist es am Montagnachmittag zu spannungsgeladenen Momenten gekommen. Dies berichtet...
Vatikanstadt (APA) - Beim sogenannten Vatileaks-2-Prozess ist es am Montagnachmittag zu spannungsgeladenen Momenten gekommen. Dies berichtete der angeklagte Journalist Emiliano Fittipaldi am Ende der Gerichtsverhandlung, bei der der inhaftierte spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda vom Gericht befragt wurde. Dabei sei es seitens des Geistlichen zu ersten Geständnissen gekommen, berichtete Fittipaldi.
Fittipaldi berichtete, dass das Klima bei der Gerichtsverhandlung „sehr gespannt“ gewesen sei, vor allem wegen Konflikten zwischen Vallejo Balda und der ebenfalls angeklagten PR-Agentin Francesca Chaouqui. Vallejo Balda habe zugegeben, ihm und dem Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi vertrauliche Dokumente weitergeleitet zu haben. Drei Stunden lang dauerte die Gerichtsverhandlung am Montag. Das Verfahren war am Samstag nach einer dreimonatigen Pause fortgesetzt worden. Eine weitere Gerichtsverhandlung ist am Dienstag geplant.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Veröffentlichung vertraulicher Unterlagen über wirtschaftliche Missstände durch zwei italienische Journalisten, Gianluigi Nuzzi und Fittipaldi, die sich illegal die Akten einer päpstlichen Untersuchungskommission beschafft haben. Den Angeklagten drohen bis zu acht Jahre Haft.
Die Journalisten sollen die Geheimdokumente von Chaouqui und Vallejo Balda bekommen haben, die zusammen mit Maio früher für eine von Papst Franziskus eingerichtete Wirtschaftsprüfungskommission arbeiteten. Ein Gesetz zum Schutz von Informanten existiert im Vatikan nicht.