Beim FC Wacker ist es Zeit für die Schubumkehr
Der Heimmisere zum Trotz will der FC Wacker Innsbruck heute (18.30 Uhr) gegen den FC Liefering zurück in die Spur. Torjäger Thomas Pichlmann ist einsatzfähig, am Tivoli soll endlich wieder eine Siegesfeier steigen.
Von Alex Gruber
Innsbruck – Die Stimmung, die beim gestrigen Training im Tivolistadion Tirol vorherrschte, trifft sinnbildlich auch auf den FC Wacker zu. Zwei Drittel der Spielfläche lagen in der wärmenden Frühjahrssonne, ein Drittel im kalten Schatten. Die Sonne lässt sich nach 22 Runden mit einer in Summe nach wie vor starken Saison, Tabellenplatz zwei (seit gestern drei) und intakten Titelchancen deuten. Daran hätte vor der Saison keiner gedacht. Als Schatten kann man die verlorene Tabellenführung, Verletzungsprobleme und den durchwachsenen Frühjahrsstart (vier Punkte aus drei Spielen) einordnen.
Es steht in dieser Woche in den beiden Heimspielen gegen den FC Liefering und Austria Lustenau (Freitag
20.30 Uhr) einiges auf dem Spiel. In gewisser Weise wird sich in den kommenden Tagen zumindest ein Stück weit entscheiden, ob man die Wacker-Kicker weiter als Sonnenkinder oder doch eher unterwegs zu den Schattengewächsen sehen muss.
Die Zahlen zum Spiel
Heimschwäche: Der FC Wacker Innsbruck ist seit dem 11. September 2015 (4:2-Erfolg über Austria Klagenfurt) im Tivoli und seit sechs Spielen in Serie sieglos. In chronologischer Reihenfolge: FAC (1:1), St. Pölten (1:3), Austria Salzburg (1:1), Wiener Neustadt (3:3), Kapfenberg (2:2) und zuletzt LASK (1:1).
Saisonduelle:
Am 14. August zerlegte der FC Wacker nach drei Pichlmann-Treffern und einem Hamzic-Tor Liefering im Tivoli mit 4:1. Das zweite Match in Grödig ging am 20. Oktober mit einem 1:0-Auswärtssieg (Tor aus einem Freitag-Elfmeter in der Schlussminute) ebenfalls an die Schwarzgrünen.
Standardsituationen:
Der FC Wacker Innsbruck erzielte 15 Tore nach Standards, drei davon gegen Liefering. Im Frühjahr gab es noch kein Standard-Tor von Wacker.
Das Stimmungsbarometer scheint derzeit kaum zu deuten, geradezu geheimnisvoll. General Manager Alfred Hörtnagl hält vor dem Heim-Doppelpack freilich nichts davon, den großen Druck zu entfachen: „Ansagen bringen nichts. Und wenn, dann gibt es sie nur intern.“ Nachsatz: „Natürlich war der Start ins Frühjahr nicht optimal, natürlich müssen wir Ergebnisse liefern.“
Nachdem sich Thomas Pichlmann gestern beim vollen Programm am Platz zeigte, muss Coach Klaus Schmidt hinter dem Torjäger jene Elf finden, die das Momentum nährt. Von hinten links – der wiedergenesene Alex Hauser mausert sich neben Michael Lercher zur Alternative – bis zur Position im offensiven Mittelfeld (Micic oder Ojamaa oder gar Hamzic) sind viele Positionen offen. Der Kader wird erst heute präsentiert. Schmidt: „Aufgrund der vielen Verletzungen hat sich die Aufstellung im Herbst oft von selbst ergeben. Jetzt ist es schwerer.“
Für Andreas Hölzl – die eingerenkte Schulter bleibt zehn Tage von einer Schlinge fixiert – wird gegen die Bullen-Filiale wohl Daniel Rosenbichler auf der rechten Außenbahn verteidigen. Geschwindigkeit ist gegen die Jungbullen ein Trumpf. „Sie mögen es auch nicht, wenn man ihnen ,zuwisteigt‘“, fordert Schmidt auch gesunde Härte ein. Nach fünf Unentschieden und nur einem Sieg in den letzten sechs Heimspielen sowie nur fünf von 18 möglichen Punkten (siehe Factbox) wäre es ja höchste Zeit, dass man den Gegnern zeigt, wer der Herr im Tivoli ist. „Drei Punkte und fertig“, wischte sich Jürgen Säumel, der nach seiner kurzen Verletzungspause wohl neben Christoph Freitag auf die Doppelsechs rücken wird, gestern am Weg in die Kabine kurz den Mund ab. Es ist nicht die Zeit, um große Reden zu schwingen.
„Ich glaube, die Jungs sind alle heiß genug, um wieder einen Sieg zu landen“, ortet Trainer Klaus Schmidt das nötige Feuer. Von Liefering (46 Saisontreffer sind Liga-Höchstwert) ist sicher keine Abwehrschlacht zu erwarten.