Börse Frankfurt im Frühhandel etwas tiefer

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheid in den USA stockt die Erholungsrally am deutsc...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheid in den USA stockt die Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt. Der DAX fiel am Dienstag im frühen Handel um 0,46 Prozent auf 9.944,49 Punkte.

Am Vortag hatte der deutsche Leitindex noch auf dem höchsten Stand seit Anfang Jänner geschlossen und war zeitweise sogar über die psychologisch wichtige Schwelle von 10.000 Punkten gesprungen. Mit dem Kursanstieg in den vergangenen Wochen hat der DAX einen guten Teil seiner Verluste vom trüben Jahresbeginn wettgemacht.

Der MDAX fiel nach dem Start zurück unter die Marke von 20.000 Punkten, die er ebenfalls erst am Montag wieder überwunden hatte. Der Mittelwerteindex verlor zuletzt 0,57 Punkte auf 19.940,56 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDAX gab um 0,64 Prozent auf 1.634,26 Punkte nach. Ähnlich trübe sah es an Europas Börsen aus: Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank um 0,55 Prozent auf 3.074,91 Punkte.

Triebfeder der jüngsten Rally am hiesigen Aktienmarkt ist vor allem das anhaltend billige Geld der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Geldpolitik in der vergangenen Woche weiter gelockert. Auch Japans Zentralbank hält nach Abschluss ihrer jüngsten Sitzung die Geldschleusen unverändert weit geöffnet.

Viele Investoren an den Aktienmärkten hielten sich nun vor der Tagung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed zurück, erläuterten Börsianer. Und auch wegen des zuletzt rasanten Kursanstiegs würden die Investoren jetzt vorsichtig, schrieb IG-Marktstratege Chris Weston.

Im Tagesverlauf richten sich die Blicke vor dem Hintergrund des Fed-Entscheids vor allem auf Konjunkturdaten aus den USA. So stehen der Einzelhandelsumsatz, Erzeugerpreise sowie der Empire State Index auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten im DAX gab es zuletzt keinen einzigen Gewinner: Die Anteilsscheine von Volkswagen landeten mit einem Abschlag von mehr als eineinhalb auf den hinteren Plätzen. Der Autobauer steht einmal mehr wegen des Abgasskandals im Mittelpunkt: 278 institutionelle Großanleger haben die Wolfsburger auf Schadensatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro verklagt für erlittene Kursverluste.

Seinen Anlegern Freude bereitet hat dagegen der Autovermieter Sixt: Er kündigte nach einem Rekordjahr eine Rekorddividende und einen Aktienrückkauf an. Am Markt kam dies gut an, die im SDAX notierten Papiere von Sixt Leasing landeten mit knapp 3 Prozent Kursgewinn auf dem Siegertreppchen im Index, Sixt-Stämme verteuerten sich um mehr als 2 Prozent.

Den Papieren des Wälzlagerherstellers Schaeffler ging nach einem vorbörslich starken Lauf indes die Puste aus: Sie notierten nach der Vorlage der Jahreszahlen zuletzt nur noch moderat im Plus. Das Herzogenauracher Unternehmen hat zwar seinen Umsatz gesteigert, wegen Rückstellungen für ein Kartellverfahren und den Konzernumbau aber weniger Gewinn erwirtschaftet.

Zudem bewegten mehrere Analysten-Studien: Eine skeptische Einschätzung des US-Analysehauses Bernstein Research belastete die Aktien von Linde und BASF. Die Papiere des Industriegasegerstellers gaben am DAX-Ende knapp 2 Prozent nach, die des Chemiekonzerns verloren mehr als 1 Prozent. Papiere der Kupferhütte Aurubis büßten im MDAX nach einer Abstufung durch die australische Macquarie-Bank rund zweieinhalb Prozent an Wert ein

~ ISIN DE0008469008 ~ APA138 2016-03-15/10:17