Mitarbeiter der Ex-Hypo-Italien-Tochter bitten Notenbank um Hilfe

Rom/Udine/Wien (APA) - Die Mitarbeiter der Ex-Hypo-Italien-Tochter HBI appellieren an Italiens Notenbank zur Rettung der 300 gefährdeten Job...

Rom/Udine/Wien (APA) - Die Mitarbeiter der Ex-Hypo-Italien-Tochter HBI appellieren an Italiens Notenbank zur Rettung der 300 gefährdeten Jobs der Bank mit Sitz in Udine. In einem Schreiben an die Banca d‘Italia warnten sie vor „bevorstehenden Beschlüssen“ seitens der staatlichen österreichischen Eigentümerschaft der Bank, die gravierende Folgen auf die Beschäftigung haben könnten.

Der Brief wurde auch an Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sowie an Arbeitsminister Giuliano Poletti adressiert, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ am Dienstag. Die Gewerkschaften drängen auf die Einrichtung eines „permanenten Arbeitstisches“ in Rom, das sich mit der „schwierigen Situation“ der Bank befasse. Die Gewerkschaften verlangen Garantien für die Zukunft der 300 Mitarbeiter der Bank und ihrer Familie. „Das Schweigen der Eigentümer bezüglich dieser gravierenden Situation ist nicht mehr tolerierbar“, hieß es im Schreiben.

„Sollten Gerüche bestätigt werden, nach denen die Bank aufgelöst werden soll, hätte dies gravierende Auswirkungen für die Arbeitnehmer, sowie für die Wirtschaft der Regionen, in denen das Geldhaus verankert wird“, hieß es im Schreiben. 26 Bankfilialen in Friaul Julisch Venetien, in der Lombardei, in Venetien und in der Emilia Romagna seien auf dem Spiel.

Nachdem die Eigentümerschaft de facto Marco Gariglio, zweieinhalb Jahre lang Direktor der HBI, seiner Kompetenzen enthoben habe, weigere sie sich, die Gewerkschaften zu treffen. Wiederholte Aufrufe zu Gesprächen seien ignoriert worden, kritisieren die Arbeitnehmer. Friauls Präsidentin Debora Serracchiani hat für den kommenden Montag ein Treffen mit den Gewerkschaften einberufen. Gariglio hatte vor drei Wochen seinen Rücktritt eingereicht. „Ich habe versucht, die Bank am Leben zu halten und Lösungen wie den Verkauf zu fördern. Ich habe jedoch den Aktionär nicht überzeugen können, dass dies der richtige Weg ist“, betonte Gariglio.

Seit der Zerschlagung der ehemaligen Hypo Alpe Adria ist die staatliche österreichische „HBI-Bundesholding“ die Eigentümerin der HBI. Die Hypo-Alpe-Adria-“Bad-Bank“ Heta ist nur mehr Kreditgläubigerin, sie hat noch eine Milliardensumme in der italienischen Gesellschaft stecken.

Die Finanznöte der HBI haben voriges Jahr den österreichischen Staat - namentlich die größte Kreditgläubigerin Heta - nochmals massiv gefordert. Damals hatte die italienische Notenbank sogar eine Zwangsabwicklung in den Raum gestellt. Um das zu verhindern, wurden von der Heta massive Kreditnachlässe gewährt.

~ WEB www.heta-asset-resolution.com ~ APA158 2016-03-15/10:41