Roboter sollen beim AKW-Rückbau von Fukukshima helfen
Fukushima/Lausanne (APA/sda) - Fünf Jahre nach dem Reaktorunglück von Fukushima haben die Aufräumarbeiten begonnen. Eine Forschungszusammena...
Fukushima/Lausanne (APA/sda) - Fünf Jahre nach dem Reaktorunglück von Fukushima haben die Aufräumarbeiten begonnen. Eine Forschungszusammenarbeit zwischen Japan, den USA und Frankreich soll neue Techniken für die Dekontamination entwickeln, zum Beispiel um die geschmolzenen Brennstäbe zu entfernen. Auch in der Schweiz arbeiten Forscher an Technologien, die beim Rückbau von Atomkraftwerken wertvolle Dienste leisten könnten.
Mindestens 40 Jahre sollen gemäß der japanischen Regierung die Aufräumarbeiten nach dem Reaktorunglück in Fukushima dauern. Auch unter normalen Umständen ist die Stilllegung eines Atomkraftwerks, wie es in den nächsten Jahrzehnten für mehrere AKWs in Europa geplant ist, ein extrem aufwendiger und teurer Prozess.
Die Nachfrage nach Automatisierung bestimmter Schritte ist daher groß. Der Roboter eines Spin-Offs der ETH Lausanne (EPFL) könnte beispielsweise helfen, die Kontamination des Beton zu bestimmen, bevor der Abriss erfolgt.
„Sämtliche Bestandteile eines AKW müssen für die Entsorgung sortiert werden - in nicht radioaktives Material, das normal entsorgt werden kann, in schwach radioaktives, das ein paar Jahre gelagert werden muss, und in stark radioaktives für die Langzeitlagerung“, erklärte Thomas Estier das generelle Vorgehen.
Der CEO des Start-Up Rovenso, einem EPFL-Spin-Off, hat mit seinem Team einen Roboter entwickelt, der beim Sortieren helfen könnte. „Der Prozess dauert auch deshalb so lange, weil man Proben nehmen muss, um zu testen, wie kontaminiert die verschiedenen Teile sind. Ein Loch in ein Betonelement zu bohren, um eine Probe zu entnehmen, erzeugt Staub, der eventuell verstrahlt ist.“ Deshalb seien aufwendige Schutzmaßnahmen für die Arbeiter nötig.