Schlossspiele Kobersdorf setzen heuer auf zeitgenössische Komödie
Eisenstadt (APA) - Auf eine zeitgenössische Komödie setzen heuer die Schlossspiele Kobersdorf: „Otello darf nicht platzen“ vom US-Autor Ken ...
Eisenstadt (APA) - Auf eine zeitgenössische Komödie setzen heuer die Schlossspiele Kobersdorf: „Otello darf nicht platzen“ vom US-Autor Ken Ludwig soll auch in ernsteren Zeiten das Publikum zum Lachen bringen. Das Bühnenbild stammt in bewährter Manier von Erich Uiberlacker, die Regie übernimmt Michael Gampe. Details zur heurigen Produktion, die am 5. Juli Premiere hat, wurden am Dienstag bekannt gegeben.
Der 45. Spielsommer der Schlossspiele ist zugleich der 13. von Intendant Wolfgang Böck, der versicherte, „ich bin ja zum Glück nicht abergläubisch“. Man habe schon eine breite Palette in Kobersdorf versucht. „Was wir noch nicht hatten, war ein zeitgenössischer Komödienautor“, meinte Böck. Das Publikum erwarte „ein schönes Stück mit sehr guten Rollen für gute Schauspieler“.
„Otello darf nicht platzen“ spielt in der US-Großstadt Cleveland, wo der ehrgeizige Operndirektor Henry Saunders, gespielt von Erich Schleyer, nicht nur sein Opernhaus sanieren, sondern auch die eigene Karriere beflügeln will. Deswegen lässt er für einen einzigen Opernabend den absoluten Superstar Tito Merelli, der von Böck verkörpert wird, einfliegen. Der Weltstar kommt aber nicht so rasch, wie man sich das vorstellte und bringt damit einige Leute, die in einem Hotelzimmer warten, zum Schwitzen.
Saunders‘ Tochter Maggie, dargestellt von Anna Kramer, schwärmt zwar von Merelli, hat aber auch einen Freund namens Max, der wiederum der Assistent von Direktor Saunders ist.
Mit von der Partie sind auch Tito Merellis Ehefrau Maria (Marie-Therese Futterknecht), die seine Eskapaden jahrelang ertragen hat und die karrierebesessene Opernsängerin Diana (Sarah Jung), die einem Abenteuer nicht abgeneigt wäre. Gertrud Roll als Vorsitzende der Operngilde und Alexander Braunshör als Page komplettieren das Ensemble.
„Vieles funktioniert über eine kriminalistische Ebene“, erläuterte Gampe. Durch das Zuspätkommen des Superstars kommt es zu einigen Verwirrungen. Mehr wolle man über das Stück um der Spannung willen nicht verraten, „weil es einfach lebt von den Points, von den Drehungen, von den Wendungen, die wirklich überraschend sind“, sagte der Regisseur.
Gampe verwies auf die derzeit schwierige Situation in Österreich und in Europa, von der Banken- bis zur Flüchtlingskrise. „Wenn es da gelingt, aus dieser Not und dieser Verzweiflung Menschen wirklich zum Lachen bringen zu können, dann ist das etwas ganz Tolles und eine ganz wichtige Aufgabe des Theaters.“
Für das Bühnenbild entwarf Uiberlacker eine Hotelsuite mit zwei Zimmern. „Die Kunst ist, dass man die zwei Zimmer so darstellt, dass wirklich beide Zimmer von allen Zuschauern einsichtig sind.“ Deshalb ließ er sich eine angedeutete Trennwand einfallen. Auf der Bühne befinden sich die Schauspieler quasi auf einem Präsentierteller. Eine leichte Schräge soll noch mehr Tiefenwirkung ermöglichen. Bei der Dekoration aus edlem Holz habe er sich vom Art Deco der 1930er-Jahre inspirieren lassen. Auf der Bühne verteilte Lichtkästen sollen eine sinnliche Atmosphäre vermitteln.
Wie in den vergangenen Jahren wird es in Kobersdorf auch heuer als Begleitveranstaltungen eine Biker- und eine Oldtimerfahrt geben. Mit etwas Glück könne man vielleicht heuer den Tausendsten Oldtimerfahrer oder den Zweitausendsten Biker begrüßen, sagte Schlossspiele-Geschäftsführer Thomas Mersich.
( S E R V I C E : „Otello darf nicht platzen“, Komödie von Ken Ludwig, Premiere am 5. Juli, Vorstellungen bis 31. Juli, Karten erhältlich unter: http://www.schlossspiele.com/index.php/kartenservice.html)